Fall Susanna: Ermittlungen gegen Bundespolizei-Chef

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt gegen den Bundespolizei-Chef Dieter Romann. Er soll den Tatverdächtigen Ali B. im Fall Susanna möglicherweise illegal nach Deutschland gebracht haben.

Laut der Nachrichtenagentur DPA besteht gegen Dieter Romann der Verdacht der Freiheitsberaubung. Ein Ermittlungsverfahren wurde eingeleitet. Die Bundespolizei überführte den Tatverdächtigen Ali B. nach Deutschland, nachdem er sich zuvor in den kurdisch kontrollierten Nordirak abgesetzt hatte. Die irakische Zentralregierung kritisierte die Abschiebung, bei der Romann dabei war, da es laut Bagdad kein Auslieferungsabkommen zwischen Irak und Deutschland gebe. Auch Rechtsexperten wurden skeptisch. Nach Angaben der Frankfurter Staatsanwaltschaft liegen mehrere Anzeigen gegen den Chef der Bundespolizei vor. 

Die Abschiebung stieß auf Skepsis und Kritik

Der Fall wurde zuvor sowohl von der Staatsanwaltschaft Potsdam als auch von der Staatsanwaltschaft Wiesbaden laut SWR-Bericht geprüft. Sie erklärten sich nicht für zuständig. Bei dem Flugzeug, welches Romann und den Tatverdächtigen nach Deutschland brachte, handelte es sich um eine Lufthansa-Maschine, weswegen der Fall in den Zuständigkeitsbereich von Frankfurt fallen würde. Die Airline hat ihren Unternehmenssitz in Frankfurt.

Nach momentanem Stand der Ermittlungen wurde die 14-jährige Susanna aus Mainz im Mai in Wiesbaden vergewaltigt und umgebracht. Bei der Vernehmung gestand Ali B. das Mädchen umgebracht zu haben, bestritt jedoch eine Vergewaltigung. Er wurde daraufhin festgenommen.

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