Frankfurt feiert Tradition: Im Wald lockt der Wäldchestag

Am 21.05.2018 veröffentlicht

Am langen Pfingstwochenende pilgern Frankfurter in ihren Stadtwald. Nahe des Oberforsthauses laden in diesem Jahr 135 Buden und Fahrgeschäfte die Besucher ein. Mit dem Riesenrad gehts durch die dichten Baumkronen hoch über den Wald mit einem außergewöhnlichen Skyline-Blick.

Drei Fakten über das Fest, die Sie sicher noch nicht wussten:

1: In der Woche nach Pfingsten wurde der Kühtanz gefeiert, bei dem die Viehmägde und Hirten in einem fröhlichen Umzug das Vieh der Bürger zur Sommermast in den Stadtwald trieben. Bis heute führen die Gasthäuser Oberschweinstiege und Unterschweinstiege ihre Namen darauf zurück.

2: Das Frankfurter Traditionsfest wurde um 1790 erstmals mit diesem Titel gefeiert. Doch ursprünglich soll das Fest schon seit dem Mittelalter bestehen. Die Begeisterung für dieses besondere Fest drückten die Frankfurter schon damals neben der Feierlichkeiten in Worten aus. Friedrich Stolze, der den Wäldchestag selbst gefeiert hat, dichtete in Frankfurter Mundart.

Hie is derrsch nowel!

Ganz gewiß! 

Er ist net z ubeschreiwe,   

Und weil’s net zu beschreiwe is,   

So laß ich’s liewer bleibe!   

Was so viel bedeutet wie: Hier geht was ab, das kann man nicht beschreiben, sondern nur erleben!

3: Noch bis in die 1990er Jahre hatten selbst die großen Kaufhäuser auf der Einkaufsmeile Zeil ab dem Nachmittag geschlossen. Die Geschäftsführer luden ihre Belegschaften zu einem Umtrunk in den Wald ein. Heutzutage folgen nur noch wenige kleine Betriebe dieser Tradition und schenken ihren Mitarbeitern einen kleinen Firmen-Ausflug. Die Stadtverwaltung hat jedoch weitgehend geschlossen - dort ist nach alter Tradition am Wäldchestag dicht.

Das Musik-Programm und Informationen zur Anfahrt ins Wäldche lesen Sie auf der Webseite des Veranstalters.

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