Andacht für getöteten Jungen: 400 Menschen trauern am Frankfurter Hauptbahnhof

Am 31.07.2019 veröffentlicht

Nach der Attacke im Frankfurter Hauptbahnhof haben am Dienstagabend rund 400 Menschen mit einer Andacht an den getöteten achtjährigen Jungen erinnert. Der Tod des Kindes sei für die Angehörigen eine "sinnlose Katastrophe", sagte der Leiter der Frankfurter Bahnhofsmission, Carsten Baumann, am Dienstagabend.

"Wir können nicht glauben, dass ein Leben sinnlos abbricht, das gerade erst begonnen hat." Baumann lud die Trauernden ein, sich in ein Kondolenzbuch einzutragen. Zunächst war geplant, die Andacht in der Bahnhofshalle abzuhalten, wegen des erwarteten großen Andrangs wurde sie aber auf den Vorplatz verlegt.
"Wir dürfen nicht zulassen, dass jetzt Gedanken von Hass um sich greifen", sagte die Pfarrerin der Evangelischen Hoffnungsgemeinde, Jutta Jekel. Jetzt gelte es, bei den Opfern zu stehen. "Es geht darum, dass wir zusammenhalten, dass wir uns nicht hinreißen lassen von Wut und Gewalt", sagte Jekel. An dem Gottesdienst nahmen Vertreter der katholischen und evangelischen Gemeinden in Frankfurt teil - darunter auch Mitarbeiter der Bahnhofsmission und der eritreischen Kirchengemeinden Frankfurt.

Neben dem Gottesdienst gab es auf dem Bahnhofsvorplatz auch zwei Mahnwachen unterschiedlicher politischer Gruppierungen. "Es gab einige hitzige Diskussionen, aber niemand ist den anderen angegangen", sagte ein Sprecher der Frankfurter Polizei. Die Andacht selbst sei ruhig verlaufen, hieß es.
Ein 40-jähriger Eritreer, der in der Schweiz lebte, soll am Montag den achtjährigen Jungen und dessen Mutter vor einen einfahrenden ICE gestoßen haben. Der Junge starb noch im Gleisbett, seine Mutter konnte sich retten und wurde verletzt. Gegen den mutmaßlichen Täter wurde am Dienstag Haftbefehl erlassen.

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