Schwerer Start für die IAA: Autobauer wegen Klima-Debatte in der Kritik

Am 10.09.2019 veröffentlicht

Seit der letzten IAA im Jahre 2017 hat sich in Deutschland einiges getan: Städte hängen Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge aus, tausende Schüler gehen im Namen von Klima-Aktivistin Greta Thunberg auf die Straße und die Kritik an großen und Zweitfahrzeugen steigt zunehmend.

Zuletzt wurde die Sinnhaftigkeit sogenannter "SUV"-Fahrzeuge heftig diskutiert, weil ein solches Fahrzeug am Freitag vier Fußgänger überfahren und getötet hatte. Die diesjährige IAA steht – zumindest in der Außenwahrnehmung – in diesem Jahr unter keinem guten Stern.

Umsatzstarke "Klimakiller"

Die Autobauer stecken moralisch in der Zwickmühle – Klimaschützer verteufeln große, leistungsfähige PKW. Nicht selten fällt der Begriff "Klimakiller". Die wiederum bescheren den Unternehmen große Umsätze. Bei BMW machten die sogenannten "Sports Utiliy Vehicles" (SUV) im August beispielsweise die Hälfte des Umsatzes aus. Auch in China erfreuen sie sich großer Beliebtheit.

Wolfgang Porsche, der Sprecher der VW-Eigentümerfamilien Porsche und Piëch, steht den Protesten junger Klima-Schützer grundsätzlich positiv gegenüber: "Ich finde es toll, dass sich die Jungen um das kümmern", sagte er zur Deutschen Presseagentur. Er sei aber auch überrascht, wie heftig die Kritik die Autobranche in Deutschland treffe. Auch die IAA wird sich noch mit Protesten auseinandersetzen müssen, für Samstag werden etwa 20.000 Demonstranten erwartet, die Besuchern die Anreise wohl erheblich erschweren werden.

Offizieller Start am Donnerstag

Am heutigen Dienstag wurde die Internationale Automobil-Ausstellung bereits vorab für Pressevertreter geöffnet. Am Donnerstag folgt dann die offizielle Eröffnung u.a. mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), der erste Besuchertag folgt dann am Samstag.

Unser Reporter Benjamin Holler war bereits heute schon auf der IAA unterwegs, was er dort erlebt hat sehen Sie in seinem Videobeitrag.

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