Prozess um ermordeten Wettbüro-Chef: Mutmaßlicher Auftragskiller zu lebenslanger Haft verurteilt

Am 17.07.2019 veröffentlicht

Im Januar 2014 wird Oliver F. vor seinem Wettbüro in Frankfurt erschossen. Sein mutmaßlicher Mörder Ivan M. - ein professioneller Auftragskiller - wurde am Mittwoch zu einer lebenslangen Haftstrafe wegen heimtückischen Mordes verurteilt.

"Tat? Welche Tat?", fragt Ivan M. zornig, während der Richter die Tatzusammenhänge schildert. Angespannt sitzt er auf der Anklagebank, wirkt phasenweise ungehalten. Das Frankfurter Landgericht hat ihn zu lebenslanger Haft wegen heimtückischen Mordes verurteilt. 

Prozess wird in die nächste Instanz gehen

Verteidiger Sascha Marks zweifelt an der Beweiskraft der Indizien. Es würden objektive Beweise fehlen. So konnte dem mutmaßlichen Auftragskiller bislang kein Geldfluss nachgewiesen werden. Die Verteidigung will das Urteil anfechten. Laut Richter soll aber die Summe der Indizien gegen Ivan M. sprechen. Er sieht es als erwiesen an, dass M. den Wettbüro-Chef erschossen hat. Der Prozess wird in die nächste Instanz gehen.

Am 3. Januar 2014 soll Ivan M. seinem Opfer im Hinterhof eines Wett-Bürohauses in Frankfurt-Sachsenhausen aufgelauert haben. Er soll eine Maschinenpistole gezückt und drei Schüsse auf Oliver F. abgefeuert haben. Die Kugeln trafen den 50-Jährigen in den Kopf und in den Rumpf. Innerhalb von Sekunden starb der Frankfurter Geschäftsmann.

Noch am selben Abend wird der mutmaßliche Auftragsmörder in Neu-Isenburg festgenommen. Gegen ihn ermittelte die Polizei bereits. In Berlin hatte er 2012 einen Mann niedergeschossen und erhielt dafür im Oktober 2014 eine viereinhalbjährige Gefängnisstrafe. Erst rund ein Jahr später konnte die Staatsanwaltschaft zwischen diesem Angriff und dem Attentat auf Oliver F. einen Zusammenhang feststellen.

Wurde Oliver F. wegen eines Geschäfts-Streit getötet?

Ende 2013 soll Ivan M. von einem serbischen Geschäftspartner des Opfers angeheuert worden sein. Hintergrund des Auftragsmords sollen geschäftliche Streitigkeiten zwischen dem mutmaßlichen Auftraggeber Aleksander D. und dem Wettbüro-Inhaber gewesen sein. Nach der Tat habe sich D. ins Ausland abgesetzt – bis heute fahndet man nach ihm.

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