Abschiedslauf in Frankfurt: Brandmeister Jürgen Prehl läuft zu zwölf Wachen

Am 29.08.2018 veröffentlicht

Zum letzten Mal betritt Jürgen Prehl seine Hafenwache. Nach 38 Jahren Berufsfeuerwehr verabschiedet sich der Hauptbrandmeister von seinen Kollegen in Frankfurt – auf seine ganz eigene Art und Weise. Rund 81 Kilometer will er laufen und sich von allen zwölf Wachen in der Mainmetropole verabschieden. Damit beendet er nicht nur seine Laufbahn, sondern setzt auch ein großes Zeichen für die Kameradschaft innerhalb der Feuerwehr.

Unter Applaus zerschneidet Jürgen Prehl das rotweiße Absperrband an der Hafenwache in Frankfurt. Seine ehemaligen Kollegen stehen in einer Reihe, geben ihm respektvoll die Hand und klopfen ihm anerkennend auf die Schulter. „Die Hälfte meiner Zeit war ich in dieser Feuerwehrwache. Es ist schon etwas Besonderes wieder hier zu sein“, lächelt der 59-Jährige. Momente und Einsätze, die Prehl wohl nie in seinem Leben vergessen wird.

Doch nicht nur an dieser Wache war der Hauptbrandmeister tätig. Das zeigen die vielen Bilder aus dem Fotoalbum, das er an der Feuer- und Rettungswache 2 geschenkt bekommt. „Es gibt auch Bilder, da muss man ganz schnell weitermachen“, lacht er. Nach einer kurzen Verschnaufpause geht Prehl wieder zurück auf seine Strecke.

Prehl setzt ein Zeichen für das Gemeinschaftsgefühl der Feuerwehr

Sein Ultralauf begann am Mittwochmorgen um 6.30 Uhr an der Rettungswache 21 in der Nordweststadt. Er will sich ein letztes Mal bei allen Kollegen und Dienstgruppen in Frankfurt verabschieden. Dafür läuft er eine Strecke von gut 81 Kilometern quer durch die Stadt zu allen zwölf Feuerwehrwachen. „Die Idee kam ihm vor vier Jahren. Ich fand’s von vorneherein ganz cool, es ist ein schöner Abschlusslauf für ihn“, erklärt uns sein Sohn Steffen.

Mit seinem Doppelmarathon will er sich nicht nur respektvoll und dankbar von seinen Kollegen verabschieden, sondern auch ein Zeichen für das Gemeinschaftsgefühl der Frankfurter Feuerwehr setzen. In 12 bis 14 Stunden will er die Strecke abgelaufen haben und sich an jeder Wache genügend Zeit nehmen um sich von seinen Kameraden zu verabschieden.

Seine Pensionierung steht im Januar an

Viele seiner Kollegen begleiten ihn auf seiner Abschieds-Tour, laufen neben ihm her. Sie beschreiben ihn als ruhigen, gelassenen Typ, der viel Sport betreibt und sich fit hält. Sie respektieren seine Dienstjahre und bewundern seine innere Ruhe, denn im Ernstfall braucht es einen klaren Kopf. „Das ist wahrlich kein einfacher Job, den wir haben“, sagt Prehl. Für seine Kollegen läuft der geübte Marathonläufer sogar langsamer um sich noch mit ihnen zu unterhalten.

Seinen letzten Dienst hat er bereits absolviert. Die Pensionierung steht im Januar an, bis dahin baut Prehl Überstunden und Stunden auf seinem Lebensarbeitszeitkonto ab. Die Gespräche mit seinen Mitstreitern und den Feuerwehrdienst wird der 59-Jährige mit Sicherheit vermissen. Langweilig wird es ihm aber nicht werden – er will weiter laufen und sich um seinen Garten kümmern.

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