Rap-Video-Dreh von Polizei unterbrochen: Wer muss jetzt für die Einsatzkosten aufkommen?

Am 12.02.2019 veröffentlicht

Der Dreh eines Musikvideos des Rappers Kianush aus Münster sorgte am Sonntag für einen Polizeieinsatz am Frankfurter Berg. Für die Dreharbeiten waren die Videostatisten maskiert und mit Waffenattrappen ausgestattet. Ein besorgter Bürger rief anschließend die Polizei. Spezialeinsatzkräfte unterbrachen daraufhin die Dreharbeiten. Auf die Offenbacher Videoproduktionsfirma könnte jetzt ein hoher Geldbetrag zukommen.

Wir haben Kianush getroffen und mit ihm über den Polizeieinsatz gesprochen: "Ich hab aus dem Augenwinkel mehrere Fahrzeuge vorbeifahren sehen mit Blaulicht, und hab dann sofort zu den Jungs gesagt, wir kriegen gleich Besuch, alle Waffen, natürlich Plastikattrappen, alle in den Transporter rein!" Glücklicherweise ging der Einsatz glimpflich aus. Schnell hatten die Einsatzkräfte die Situation erkannt und entschärft.

Aber wer muss jetzt für den Einsatz aufkommen? Das Frankfurter Ordnungsamt hatte der Produktionsfirma zwar eine Drehgenehmigung erteilt, diese gilt aber lediglich für öffentliche Plätze. Kianush hingegen drehte das Video zu seinem neuen Song "Push" in einer Tiefgarage. Hinzu kommt, dass die Polizei über den Dreh hätte informiert werden müssen.

Laut Rechtsanwalt Ulrich Warncke ist die Sache klar: "Nicht nur das Ordnungsamt, auch die Polizei muss wissen, was passiert, denn im Zweifel wird ein besorgter Bürger die Polizei anrufen und nicht das Ordnungsamt." Ein Polizeibeamter wird laut Warncke mit 50 Euro pro Stunde gerechnet. Demnach käme auf die Produktionsfirma nun eine "schöne vierstellige Summe zu".

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