Lübcke-Prozess: Gericht bestätigt Trennung von Ernst-Pflichtverteidiger

Am 28.07.2020 veröffentlicht

Er fand seinen erschossen Vater auf der Terrasse. Heute sagt der ältere Sohn von Walter Lübcke, Jan-Hendrick, als Zeuge im Prozess gegen Stephan Ernst aus. RTL Hessen-Reporter Andreas Schopf und Rafael Fleischmann waren vor Ort und zeigen Ihnen in ihrem Videobeitrag, warum einer der Verteidiger des Angeklagten nach einem heftigen Streit gehen muss.

Bislang wurde Stephan Ernst von zwei Verteidigern vertreten. Der Kölner Anwalt Mustafa Kaplan hatte am Vortag beantragt, den bisherigen Pflichtverteidiger Frank Hannig zu entpflichten und erklärt, das Vertrauensverhältnis seines Mandanten zu dem Anwalt sei dauerhaft zerstört. Ernst widerrufe auch alle Vollmachten und Genehmigungen, die er Hannig unterschrieben habe, ergänzte Kaplan.

Gericht bestätigt Trennung von Ernst-Verteidiger Hannig 

Heute gab das Oberlandesgericht Frankfurt den Entschluss bekannt, Frank Hannig abzuberufen. Die Zerrüttung des Vertrauensverhältnisses zwischen Ernst und seinem Pflichtverteidiger Frank Hannig sei nachvollziehbar, so das Gericht.

Am Vortag hatte Hannig mehrere nicht abgesprochene Beweisanträge angebracht, womit er die Vernehmung weiterer Zeugen erreichen wollte, die womöglich ebenfalls am Tatort waren. Auch einen Einbruch im Kasseler Regierungspräsidium, bei dem Akten verschwunden seien, wollte er untersuchen lassen. Der Vorsitzende Richter Thomas Sagebiel hatte daraufhin erklärt, er müsse sich angesichts der Anträge Gedanken machen, ob Ernst eine wirksame Verteidigung habe. Der Deutsche soll im Juni 2019 Lübcke auf der Terrasse von dessen Wohnhaus erschossen haben. Motiv für die Tat war nach Auffassung der Bundesanwaltschaft eine rechtsextremistische Gesinnung.

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