Obduktion nach Kita-Unglück: Antonio starb womöglich an Stromschlag

Am 01.11.2019 veröffentlicht

Nach dem Tod des sechs Jahre alten Antonio in einer Frankfurter Kindertagesstätte erhebt seine Mutter jetzt schwere Vorwürfe. Erlitt ihr Sohn einen Stromschlag, weil eine Steckdose lose aus der Wand hing? Die Stadt weist in einem Statement ein mögliches Fehlverhalten von sich. Die vorläufige Obduktion soll nun klären, wie Antonio ums Leben kam.

"Es deutet alles auf einen Stromtod hin", so eine Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft, Nadja Niesen, am Freitag gegenüber der Deutschen Presseagentur. Es sei allerdings ein vorläufiges Ergebnis, denn es seien keine sichtbaren Spuren des Stromschlages am Körper des Jungen gefunden worden. Weitere Untersuchungen müssten deshalb folgen.

Es wird weiter wegen fahrlässiger Tötung ermittelt

Sachverständige des Landeskriminalamts seien vor Ort gewesen und hätten festgestellt, dass eine Steckdose aus der Wand herausragte und ein Kabel lose gewesen sei. Ob dies durch eine Berührung des Jungen zustande gekommen sei, sei unklar. Es werde weiter wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Die Ermittlungen richten sich nicht gegen eine konkrete Person, so die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Nadja Niesen am Freitag.

Jan Pasternack, Referent des Bildungsderzernats Frankfurt, schreibt auf unsere Nachfrage: "Es gab in den Sommerferien bauliche Maßnahmen in der betreffenden Kita. Die baulichen Maßnahmen an der Elektrik wurden abgeschlossen und ordnungsgemäß abgenommen." Weiter sagt er, dass nach "eingehender Sicherheitsbegehung" durch die Unfallkasse Hessen der Betrieb wieder aufgenommen werden kann.

Das Kind habe geschrien, gekrampft und sei blau angelaufen

Am Dienstag wurde Antonio im Kitazentrum im Frankfurter Staddteil Seckbach so schwer verletzt, dass er kurz darauf im Krankenhaus verstarb. Eine Sicherheitsbegehung des Kita-Gebäudes durch die Unfallkasse Hessen habe bereits stattgefunden. Man "kam zu dem Ergebnis, dass der Betrieb des Kinderzentrums wieder aufgenommen werden könnte", teilte die Stadt mit. Wann das sein wird, solle in den kommenden Tagen geklärt werden.

 

 

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