Nach Krawallnacht in Frankfurt: Stadt und Polizei ziehen Konsequenzen

Am 20.07.2020 veröffentlicht

Nach den Krawallen auf dem Opernplatz in Frankfurt in der Nacht zum Sonntag haben sich heute Vormittag Vertreter der Stadt und der Polizei in einer Sicherheitskonferenz beraten. Frankfurts Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU), Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) und Polizeipräsidenten Gerhard Bereswill, präsentierten die Ergebnisse auf einer Pressekonferenz.

Mehr Informationen gibt es im Videobeitrag unserer Reporter Carina Cordes und Rafael Fleischmann. Im Studiotalk mit unserer Moderatorin Tina Mattick spricht der stellvertretende GdP-Landesvorsitzende Jens Mohrherr über die Randalenacht.

Die Verantwortlichen betonen, dass es sich nun in der Folge der Ereignisse um Standard-Maßnahmen handelt. "Wir sind eine tolerante Stadt", es solle Balance zwischen Verboten und Freiheit herrschen, man dürfe nicht überreagieren, äußert sich Frank. Die Botschaft an die Krawallmacher lautet laut Sicherheitsdezernent Markus Frank aber ganz klar "Ihr seid nicht willkommen". 

Deutlich gemacht werden die klaren Regeln in Zukunft mit erhöhter Präsenz der Polizeibeamten in Frankfurt - nicht nur am Opernplatz - und der Beobachtung der Gruppen, die sich nach der Sperrung des Opernplatz um 1 Uhr nachts weiter in der Stadt bewegen.

Opernplatz weiterhin für friedliche Versammlungen geöffnet

Umweltdezernentin Rosemarie Heilig betont, dass der Opernplatz nicht gesperrt wird. Die "Krawallmacher" sind andere als die, die den Feierabend mit einem Bierchen genießen. Die Clubbetreiber und Musiker brauchen auch weiterhin einen öffentlichen Raum.

Es gäbe jedoch einen Zeitpunkt, an dem die Stimmung kippt, daher halten die Verantwortlichen an der Schließung des Opernplatz um 1 Uhr und dem Betretungsverbot um Mitternacht fest.

Polizeipräsident schockiert von Ausmaß der Krawalle

In der Nacht zum Sonntag war es auf dem Opernplatz in Frankfurt zu Ausschreitungen gekommen. Nach Angaben von Bereswill wurden die Einsatzkräfte aus der Menge mit Flaschen angegriffen, obwohl sie deeskalierend gehandelt hätten. Mindestens fünf Beamte seien verletzt, mehrere Polizeifahrzeuge seien beschädigt worden. Die etwa 500 bis 800 Anwesenden hätten gejubelt, wenn eine Flasche die Beamten getroffen habe.

"Von der Qualität aber auch von der Anzahl ist das etwas, was ich in Frankfurt noch nicht erlebt habe", sagte der Polizeipräsident. Er sieht die Krawalle als "absoluten, negativen Höhepunkt" der vergangenen Wochen. 39 Menschen wurden festgenommen, darunter auch eine Frau. Die meisten seien "polizeilich bekannt" und haben Migrationshintergrund. Einige seien alkoholisiert gewesen.

Polizeipräsident Bereswill sieht die Gewalt und die Vorwürfe gegen die Polizei im 1:1-Vergleich zu den USA und den Ruf und die Sicherheit der Beamten extrem gefährdet. "Wir müssen zeigen, dass wir eine demokratische Polizei in einem demokratischen Land sind". 

Polizei hofft weiter auf Hinweise

Für Zeugen- und sonstige Hinweise hat die Frankfurter Polizei ein Hinweistelefon eingerichtet. Dieses ist unter der Rufnummer des Kriminaldauerdienstes 069-755 53110 zu erreichen. Außerdem gibt es einen Hinweisserver für Bilder und Videos. Unter www.polizei-hinweise.de/opernplatz können Aufnahmen hochgeladen werden. 

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