Paket-Stress zur Weihnachtszeit: Boten kämpfen mit Leistungsdruck durch Onlinegeschäft

Am 26.11.2018 veröffentlicht

Immer mehr Menschen bestellen ihre Geschenke online. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Es kostet ganz oft weniger Zeit und Anstrengung. Was jedoch vergessen wird: Im selben Atemzug geht eine erhöhte Belastung der Paketboten einher. Groß ist der Unmut über Zustellungsfehler – gering das Verständnis dafür. Aber wer hat eigentlich Schuld an dem Dilemma?

Der 27-jährige Sven Hildebrand arbeitet seit vier Jahren als Paketbote bei DHL in Frankfurt – ein Kamerateam von uns hat den zweifachen Papa bei einer seiner Touren begleitet. 285 Pakete trägt er an einem Tag aus, diese schleppt er nicht selten in den dritten, vierten oder sogar fünften Stock. Die Pakete, die er im Lager in Frankfurt-Fechenheim in seinen Kleinlaster räumt, kann er häufig nur bei Nachbarn oder in Packstationen abgeben.

Michael Schreckenberg von der Uni Duisburg-Essen setzt sich mit der Problematik auseinander: „Wir sind eigentlich alle als Konsumenten Verursacher dieses Verkehrs, nur wir machen uns das nicht klar“, sagt er. Laut Hildebrand habe sich das Verständnis der Bevölkerung jedoch schon gebessert. Ein Großteil der Menschen würde es ihm nachsehen, wenn er notgedrungen in zweiter Reihe parken muss.

Das tröstet leider nicht über die teils prekären Arbeitsverhältnisse hinweg. So geht aus einer Befragung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hervor, dass Paketboten und Lastwagenfahrer rund 7,2 Überstunden pro Woche machen müssen.

Um Komplikationen im Erhalt von Paketen zu vermeiden und Paketboten zu entlasten, hilft in erster Linie eines: Selbst shoppen gehen. Das kommt dann letzten Endes auch noch dem Einzelhandel zu Gute.

Über die Zustände in der Zustellung berichten für Sie unsere Reporter Andreas Schopf und Benjamin Holler.

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