Pinkel-Boxen: Ist bald Schluss mit dem Gestank im Bahnhofsviertel?

Am 19.03.2019 veröffentlicht

Anwohnern und Arbeitstätigen im Frankfurter Bahnhofsviertel reicht es gewaltig. Egal wo man hingeht: Es stinkt nach Urin. Doch der Ortsbeirat hat einen Lösungsvorschlag für das Wildpinklerproblem. "Uri-Trottoirs" oder auch Pinkelboxen sollen Abhilfe schaffen. 

Fehlende öffentliche Toiletten machen den Partygästen und auch Obdachlosen im Bahnhofsviertel zu schaffen. Viele, die dringend aufs Klo müssen, entscheiden sich dazu, ihr Geschäft einfach in Parkanlagen, an Pflanzenkübeln oder Brunnen zu verrichten. Vor allem im Sommer führt das zu einer großen Geruchsbelästigung, über die sich besonders Anwohner und Arbeitende im Bahnhofsviertel beschweren. 

Dr. Oliver Strank, Anwalt und Ortsbeirat will nun das Wildpinkler-Problem lösen - Mit sogenannten Pinkelboxen. "Ich glaube, dass das Pinkelbecken deshalb geeignet ist, weil es kurzfristig Abhilfe schafft, weil es vergleichsweise günstig und schnell umsetzbar ist". 4.000 bis 7.000 Euro kostet ein Pinkelbecken und davon sollen drei bis vier Stück im Bahnhofsviertel verteilt werden. In Paris gibt es die Pinkelboxen schon seit 2017.

Wie funktionieren die Pinkelboxen? 

Die "Uri-Trottoirs" sind viereckige, zweistöckige Container, gebaut von der Schweizer Firma "Kompotoi". Die Boxen bestehen aus Edelstahl und Hartplastik. Im unteren Teil befinden sich Holzspäne oder Sägemehl, das den Urin aufsaugt wie ein Katzenklo. Das organische Material hat einen hohen Kohleanteil, der den Geruch reduziert. 240 Liter passen in eine solche Box rein und wenn der Kompost gewechselt werden muss, schickt ein eingebauter Sensor ein Signal. Der obere Teil ist rot, mit Blumen bepflanzt und hat eine Pissoir-ähnliche Öffnung mit Ablauf in die Sägemehltonne.

Heute Abend entscheidet der Magistrat über die Errichtung der Pinkelboxen, sollte er dem Antrag zustimmen, könnte das Frankfurter Bahnhofsviertel ab Frühsommer mit den Pinkel-Boxen ausgestattet sein. Pascal Wede war mit Ortsvorsteher Oliver Strank im Bahnhofviertel unterwegs und hat sich die Problemstellen genauer angeschaut. 

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