Frankfurts Kriminalstatistik: Weniger Einbrüche, mehr Morde

Am 09.03.2020 veröffentlicht

Diebstahl, Drogenhandel, Körperverletzung: Die Zahl der registrierten Straftaten in Frankfurt ist leicht zurückgegangen. Die Polizei hat die Kriminalstatistik 2019 der größten Stadt in Hessen vorgestellt. Polizeipräsident Gerhard Bereswill und der Leiter der Kriminaldirektion, Hanspeter Mener, sind vor allem stolz auf den Rekord bei der Aufklärungsquote.

"Wir leben in den sichersten aller Zeiten, die wir je hatten - in Deutschland und in Frankfurt", bilanzierte Bereswill. Die Zahl der festgestellten Fälle sank 2019 im Vorjahresvergleich um 2,8 Prozent auf 114.421. Die Aufklärungsquote liege auf einem Höchststand von 69,2 Prozent.

Zwar weniger Einbrüche, aber mehr Morde

Erfreulich sei der Rückgang bei der Straßenkriminalität und bei den Wohnungseinbrüchen, da sich dieser Bereich besonders auf das subjektive Sicherheitsgefühle der Menschen auswirke. Jedoch sei wie in ganz Hessen die Zunahme um 34,5 Prozent im Vergleich zu 2018 bei den versuchten oder vollendeten "Straftaten gegen das Leben" - also Mord, Totschlag oder fahrlässige Tötungen - auf dem höchsten Niveau seit fast 30 Jahren. In 21 von 78 Fällen sei es "zur Vollendung gekommen", das heißt die Person ist tatsächlich gestorben.

Großverfahren zu Warenbetrug beeinflusst Statistik negativ

Wie bereits 2018 waren die Zahlen von einem Großverfahren zu Warenbetrug beeinflusst worden, dessen Nacherfassung auch noch die Auswertung von 2019 beeinflusste. Ohne dieses Verfahren gegen drei Beschuldigte, die mit ihrem Fake-Shop bundesweit rund 30.000 Kunden prellten, wäre die Kriminalstatistik noch besser ausgefallen.

2018 hatte die Frankfurter Polizei im Vorjahresvergleich einen Anstieg von 7,5 Prozent bei den angezeigten Straftaten registriert. Gleichzeitig konnte bei der Aufklärungsquote ein neuer Höchststand von 69,1 Prozent erreicht werden. Jedoch war die Zunahme durch das Großverfahren zum Warenbetrug beeinflusst worden. Ohne diesen Fall mit rund 30.000 geprellten Kunden wäre die registrierte Kriminalität um 5,8 Prozent zurückgegangen.

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