Bundesweite Serie: Rechtsextreme Drohmails an Frankfurter Staatsanwaltschaft

Am 14.03.2019 veröffentlicht

Die Frankfurter Anwältin Seda Basay-Yildiz erhält bereits im vergangenen Jahr Droh-Mails vom "NSU 2.0". Nun wird bekannt, dass es bundesweit eine ganze Serie solcher Schreiben gibt. Bei der  Frankfurter Staatsanwaltschaft ging laut Medienberichten eine Bombendrohung ein.

Seit mehreren Wochen gibt es nach Medienberichten eine bundesweite Serie mutmaßlich rechtsextremer Gewaltdrohungen gegen Politiker und andere öffentlich herausgehobene Personen. Es gehe um mehr als 100 verschickte E-Mails, die mit "Nationalsozialistische Offensive", "NSU 2.0" oder "Wehrmacht" unterzeichnet worden seien, berichteten am Mittwochabend die Süddeutsche Zeitung und der NDR. Darunter seien auch Bombendrohungen. Bei Durchsuchungen seien aber bisher keine Bomben gefunden worden.

Justizzentren und öffentliche Einrichtungen betroffen

Mindestens fünfzehn Mal sollen seit Dezember Bombendrohungen mit dem Absender "Nationalsozialistische Offensive" auch bei Gerichten oder Justizzentren eingegangen sein, unter anderem bei der Staatsanwaltschaft in Frankfurt, beim Oberlandesgericht München, dem Oberlandesgericht Bamberg, aber auch beim Flughafen Hamburg. Den Berichten zufolge haben sich die Generalstaatsanwälte der Länder geeinigt, die Ermittlungen gebündelt bei der Berliner Staatsanwaltschaft zu führen. Ermittelt wird laut den Medien wegen des Vorwurfs der räuberischen Erpressung, der Volksverhetzung und der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten. 

Helene Fischer wegen Chemnitz-Äußerungen bedroht

Die persönlich adressierten Schreiben seien von unterschiedlichen Mailkonten verschickt worden, in der Wortwahl aber so ähnlich, dass die Ermittler einen Zusammenhang vermuteten, meldeten die Medien. Es gehe gegen Politiker, Anwälte, Journalisten, den Zentralrat der Juden, aber auch die Sängerin Helene Fischer, die sich nach den Ausschreitungen in Chemnitz kritisch geäußert hatte. Eine Mail sei am Dienstag der Bundestagsabgeordneten Martina Renner (Linke) zugegangen, hieß es. Ob dahinter jedoch stets dieselben Personen steckten oder auch Trittbrettfahrer, sei unklar.

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