Gesetz für Tattoo-Entfernung: Lasert künftig nur noch der Hautarzt?

Am 17.10.2018 veröffentlicht

XXL-Arschgeweih, chinesische Schriftzeichen, ausufernde Tribals: Tattoosünden gibt es viele. Einmal gestochen lässt sich die Tinte unter der Haut nur schwer wieder entfernen. Hier braucht es speziell geschulte Experten. Am Freitag wird im Bundesrat über einen Gesetzesentwurf abgestimmt, der viele Tätowierer und Tattoo-Entferner künftig arbeitslos machen könnte.

Sofern das Gesetz in Kraft tritt, dürfen ab April 2019 nur noch Hautärzte unerwünschte Tätowierungen per Laser entfernen. Andrea Goemann eröffnete unter dem Namen "Endlich-Ohne" vor sechs Jahren das erste von mittlerweile 20 Studios, in denen professionell Tattoos entfernt werden. 500 Angestellte wären dann arbeitslos, dabei haben Goemans Laser-Therapeuten alle eine spezielle Ausbildung absolviert. Über 10.000 Tattoos habe die Expertin bereits entfernt, in einer Arztpraxis sei dafür gar keine Zeit.

Schäden für Haut und Augen

Angestoßen hatte diese Verordnung die Bundesärztekammer. "Im Sinne der Patientensicherheit ist das die einzig richtige Entscheidung. Hochleistungslaser sind kein Spielzeug. Sie gehören in die Hände von Ärztinnen und Ärzten." So hatte Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer, den Beschluss kommentiert. Unsachgemäße Tattoo-Entfernung mit Lasern könne demnach zu dauerhaften Schäden an Augen und Haut führen und sollte laut Ärztekammer nur noch von Dermatologen durchgeführt werden.

Das Bundeskabinett hatte bereits im September beschlossen, das Strahlenschutzrecht zu reformieren. Die Abstimmung im Bundesrat am Freitag wird nun über die Zukunft von Andrea Goemans Kette und anderen spezialisierten Tattoo-Entfernern entscheiden.

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