Behördensprache übersetzt: Umweltamt bietet Satzungen in einfacher Sprache an

Am 06.11.2018 veröffentlicht

Nicht selten bringt uns Behördendeutsch an unsere Grenzen. Wie muss es da Menschen gehen, die erst seit Kurzem Deutsch sprechen und sich beim Lesen von Fremdwörtern schnell überfordert fühlen? Um in der Kommunikation eine Art "Barrierefreiheit" zu schaffen, hat das Frankfurter Umweltamt komplexe Satzungen in einfache Sprache übersetzt.

Für die verklausulierten Texte gibt es gute Gründe: "Die Texte sind so kompliziert, weil sie rechtssicher sein müssen und das heißt, wenn Menschen beispielsweise dagegen Klagen, dann muss klar sein, dass das auch vor Gericht standhalten kann", sagt Martin Müller vom Frankfurter Umweltamt. Um aber dennoch von allen Menschen verstanden zu werden, gibt es nun die Baumschutzsatzung, die Straßenreinigungssatzung, und eine Regelung zum Einsatz von Drohnen zum Download.

Ein Beispiel: "Abgabepflichtig sind die Eigentümer der durch die von der Stadt gereinigten Straßen erschlossenen Grundstücke. Den Grundstückseigentümern stehen Erbbauberechtigte, Wohnungseigentümer, Wohnungserbbauberechtigte, Nießbraucher und sonstige zur Nutzung eines Grundstücks dinglich Berechtigte gleich."

Nichts verstanden? Nicht schlimm, im Prinzip lässt sich dieser Satz wie folgt erklären: "Die Personen, denen das Grundstück gehört, müssen für die Straßenreinigung bezahlen. Das gilt auch für Grundstücke, die nicht direkt an der Straße liegen."

Was halten Frankfurts Passanten von den "barrierefreien" Satzungen? Wir haben nachgefragt. Die Antworten sehen Sie im Video von Reporterin Carina Cordes.

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