Nach über 30 Jahren US-Haft: Doppelmörder Jens Söring ist wieder in Deutschland

Am 17.12.2019 veröffentlicht

Drei Jahrzehnte saß Jens Söring in den USA in Haft – heute ist er nach Deutschland zurückgekehrt und am Frankfurter Flughafen gelandet. "Das ist der schönste Tag meines Lebens", sagte er am Dienstag in einem kurzen Statement nach der Landung. 

Nach seiner Rückkehr aus den USA hat sich der wegen Doppelmordes verurteilte Ex-Häftling Jens Söring glücklich und überwältigt gezeigt. "Ich bin so froh und dankbar." Freunde und Unterstützer hatten ihn dort in Empfang genommen und jubelnd begrüßt. Söring sagte, er wolle nun erst einmal zur Ruhe kommen. "Ich muss nun psychologisch und emotional ankommen in Deutschland." Schließlich habe er das Land seit drei Jahrzehnten nicht mehr gesehen.

Langer Prozess

Wegen Mordes an den Eltern seiner damaligen Freundin Elizabeth Haysom im Jahr 1985 war der Deutsche zu zweimal lebenslanger Haft verurteilt worden und hat fast 30 Jahre in US-amerikanischen Gefängnissen verbracht. Söring hatte die Morde zunächst gestanden, später aber das Geständnis widerrufen. Bis heute beteuert er seine Unschuld.

Im November entschied ein zuständiges Gremium im US-Bundesstaat Virginia, ihn auf Bewährung freizulassen und abzuschieben. Begnadigt wurde er nicht. In Deutschland ist Söring ein freier Mann. In die USA darf er nie wieder einreisen. Freunde und Unterstützer von Söring sollen ihm bereits eine Wohnung, ein Handy und Kleidung besorgt haben.

Kriminologe: Söring muss Lebenstechniken lernen

Über 33 Jahre verbrachte Söring in Haft – nach Ansicht des Kriminologen Bernd Maelicke müsse Söring erst einmal mit dem Leben in Freiheit zurechtkommen. "Er muss nicht resozialisiert werden, sondern sozialisiert werden. Er muss Lebenstechniken und Verhaltensweisen lernen, um in der Gesellschaft draußen zu überleben", so Maelicke. Nach so langer Zeit in Haft sei es wie "bei einem kleinen Kind".

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