Eskalation auf der Zeil: Polizei Frankfurt prüft harten Polizeieinsatz

Am 28.07.2019 veröffentlicht

Mehrere Videos zu einem Polizeieinsatz auf der Frankfurter Zeil haben in den sozialen Netzwerken für Diskussionen gesorgt. Die Polizei will nun überprüfen, ob das Vorgehen der Beamten angemessen war. Die Amateuer-Videos waren jeweils von Umstehenden gefilmt und ins Netz gestellt worden.

Zuletzt hatte der Clip vom Polizeieinsatz am Samstagmorgen auf der Frankfurter Zeil die Runde gemacht. "Es wurde ein Video veröffentlicht, auf dem der Einsatz von Pfefferspray gegen mehrere Personen zu sehen ist und auch wie eine Frau an den Haaren zu Boden gerissen wird", teilte die Polizei auf Twitter mit. "Wir nehmen die im Zusammenhang damit erhobenen Vorwürfe ernst und werden das Vorgehen rechtlich überprüfen."

Tritte und Pfefferspray

Das Video zeigt, wie ein Beamter einen Mann gegen eine Hauswand drückt und mit den Knien in die Magengegend tritt. Wegen der Dunkelheit und des Winkels der Aufnahme ist nicht zu erkennen, ob der Mann sich wehrt. Die Bilder zeigen zudem den Einsatz von Pfefferspray gegen weitere Männer. Außerdem wird eine Frau, die in die Szene einschreiten will, sehr grob an den Haaren zurückgezogen. Im Netz hat das Video für heftige Kritik gesorgt. Es gab aber auch Stimmen, die das Vorgehen der Beamten in Schutz nahmen.

Außenstehende warfen Glasflaschen auf Beamte

Die Polizei erklärte in einer Mitteilung am Sonntag, sie sei wegen einer Schlägerei zwischen offenbar Betrunkenen gerufen worden. Die Beteiligten hätten sich äußerst aggressiv verhalten und versucht zu fliehen, so dass Pfefferspray eingesetzt werden musste. Passanten hätten das Geschehen verfolgt: "Aus der Menge heraus kam es immer wieder zu Solidarisierungsaktionen, Beleidigungen und Bedrohungen", hieß es. Glasflaschen seien in Richtung der Beamten geflogen und ein Mann habe einen Polizisten "mit voller Wucht in den Nacken geschlagen". Der verletzte Beamte konnte seinen Dienst den Angaben zufolge nicht fortsetzen. Der Angreifer wurde später festgenommen.

Nicht vorschnell und einseitig urteilen

Mit Blick auf das Video betonte ein Polizeisprecher: "Die Vorwürfe werden ernst genommen und geprüft." Er warnte aber auch, vorschnell oder einseitig zu urteilen. Kurze Sequenzen würden Dinge aus dem Zusammenhang zerren, "und die Frage ist, in welchem Kontext das steht".

Unser Reporter Pascal Wede fasst die Geschehnisse zusammen.

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