Zu laut und zu schmutzig: Frankfurt geht gegen kommerziellen Sport in Parks vor

Am 06.09.2018 veröffentlicht

Vor allem wenn es warm ist sieht man sie überall in den Frankfurter Parks. Bootcamps, Yoga- und Aerobicgruppen tummeln sich auf den Grünflächen. Doch damit soll jetzt Schluss sein. Wir haben mit der Yoga-Lehrerin Nadine Gerhardt über das Verbot gesprochen. 

Die Stadt Frankfurt befürchtet, dass kommerzielle Sportveranstaltungen in Parks das Wohlbefinden der Allgemeinheit stören und sagt ihnen den Kampf an. Es geht ihnen dabei hauptsächlich um Geschäftsleute, die gegen Bezahlung Sportkurse in den öffentlichen Parks anbieten. Die Stadt möchte damit auf Beschwerden von Parkbesuchern und Anwohnern reagieren. Diese fühlen sich vorallem durch den Lärm und den liegengebliebenen Müll belästigt. 

Das gesamte Viertel wird beschallt

Clemens Greve, der Leiter der Holzhausenstiftung weist darauf hin, dass von Erholung keine Rede mehr sein kann, wenn eine Gruppe von 100 Leuten mit Musik und Ansagen durch den Lautsprecher im Park Yoga macht. Der Holzhausenpark, zum Beispiel, sei außerdem viel zu klein für Sportgruppen und Familien mit Kindern. Aus dem Grund sollen die Fitnessbegeisterten jetzt weichen. 

Die Stiftung beruft sich damit auf die Grünanlagensatzung. Durch die große Anzahl an Anfragen, könne man es nicht anders stemmen, als gewerbliche Sportangebote grundsätzlich zu untersagen. Das Gesetz besteht sogar schon seit 1977. Durch den großen Sporthype wird es jetzt aber erstmals auf Sportangebote angewandt. Das bedeutet, dass jeder Sport, der Geld kostet, in Frankfurter Parks verboten ist. 

Frankfurt als Sportstadt

Yogalehrerin Nadine Gerhardt möchte gegen das Verbot mit einer Petition und einem kostenlosen Yogakurs vorgehen. "Wir sind eine Sportstadt, wir haben den Titel Sportstadt", erklärt sie. So hofft sie, dass sich noch etwas bewegt in der Debatte um die sportliche Nutzung der Parks in Frankfurt.

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