"Nicht besonders infektiös": Behörden warnen vor Panik

Am 29.01.2020 veröffentlicht

Nach der Bestätigung erster Coronavirus-Fälle in Deutschland hat das Frankfurter Gesundheitsamt heute den Stand der Dinge mitgeteilt. Dabei riefen die Verantwortlichen vor allem dazu auf, nicht in Panik zu verfallen. 

Update: 

Bei dem Fall aus Wiesbaden kann Entwarnung gegeben werden. Es handelt sich hierbei nicht um eine Corona-Infektion.

Aktuelle Meldungen aus Hessen

Seit gestern gibt es auch am Wiesbadener Helios-Klinikum einen weiteren Verdachtsfall, bei dem eine Corona-Infektion bisher noch nicht ausgeschlossen werden konnte. Das Ergebnis wird im Laufe des heutigen Tages erwartet.

Ein Flieger der Bundesregierung mit rund 90 deutschen Passagieren aus dem Ausbruchsgebiet des Coronavirus soll laut Anne Janz, Staatssekretärin im hessischen Sozialministerium und Mitglied der hessischen Taskforce, morgen (30. Januar 2020) am Frankfurter Flughafen eintreffen. Falls Passagiere dort Symptome aufweisen, werden diese laut Regierung mit allen nötigen Sicherheitsmaßnahmen in die Uniklinik gebracht. Ob es für alle weiteren Passagiere eine Sammelquarantäne geben soll, berät die Taskforce derzeit noch.

Gesundheitsamt will Panik verhindern

Stadtrat Stephan Majer gab auf der heutigen Pressekonferenz ein Plädoyer für die Sachlichkeit und erinnerte noch einmal auch im Zuge der Grippewelle, man solle generell auf das Händeschütteln verzichten. Hessen sei laut Staatssekretärin des Hessischen Sozialministeriums, Anne Janz, auf den Ernstfall gut vorbereitet und stehe in regem Austausch mit anderen Bundesländern.

Verbesserte Tests auf Virus sollen Ausbreitung eindämmen

Auch der Leiter des Gesundheitsamtes René Gottschalk und Sandra Ciesek vom Institut Medizinische Virologie in Frankfurt unterstützten die Aussage, man solle nicht in Panik verfallen, denn das Virus sei nicht besonders infektiös. Die bestätigten Erkrankungfälle steigen in der Zahl an, da es inzwischen bessere Tests gäbe - und so ließe sich eine weitere Ausbreitung eindämmen. 

Gesundheitsamt beantwortet Fragen besorgter Bürger

Seit gestern, dem 28. Januar 2020, gibt es eine Hotline der Behörde in Abstimmung mit dem Wiesbadener Sozialministerium: 069/21277400, montags bis freitags jeweils von 8 bis 17 Uhr. Hier und auch auf der Website des Gesundheitsamtes können sich Bürger über die neuartige Lungenkrankheit informieren. Das Gesundheitsamt ist auch für den Frankfurter Flughafen zuständig. 

Am Montag, 27. Januar 2020 war die erste Infektion in Deutschland nachgewiesen worden. Ein 33-Jähriger aus Bayern hatte sich bei einer Kollegin aus China angesteckt, die in die Firmenzentrale eines Automobilzulieferers im Landkreis Starnberg gekommen war. Am Dienstag wurde dann bei drei weiteren Mitarbeitern des Unternehmens das Virus diagnostiziert. In China, wo die Ausbreitung der Krankheit begann, gibt es inzwischen mehr als 100 Tote.

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