ICE-Schubser-Prozess: Täter Habte A. muss in Psychiatrie

Am 28.08.2020 veröffentlicht

Im Fall der tödlichen Attacke von Gleis 7 des Frankfurter Hauptbahnhofes hat das Frankfurter Landgericht am Freitag die dauerhafte Unterbringung des Täters in der Psychiatrie angeordnet. Der Mann hatte im Juli 2019 einen Jungen und seine Mutter vor einen einfahrenden ICE gestoßen, das Kind starb.

Staatsanwaltschaft, Nebenklage und Verteidigung forderten die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus. Das Gericht kam dieser Forderung nach. Der Mann gelte als psychisch labil, es gebe Stimmen in seinem Kopf und er handle fremdgesteuert, bestätigte ein Gutachter im Prozess. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass solch eine Tat wieder passiere.

Zum Hintergrund:

Am Morgen des 29. Juli 2019 warten ein Achtjähriger und seine Mutter an Gleis 7 des Frankfurter Hauptbahnhofes auf den ICE nach München. Ein Mann stößt beide unvermittelt vor den einfahrenden Zug. Der Junge wird vom Zug überrollt und stirbt. Seine Mutter kann sich gerade noch zur Seite rollen und überlebt. Der Angreifer soll auf seiner anschließenden Flucht noch versucht haben, eine 78-Jährige vor den Zug zu stoßen. Sie fällt auf den Bahnsteig und wird verletzt. Die Polizei fasst den Tatverdächtigen wenig später vor dem Bahnhofsgebäude: den dreifachen Familienvater Habte A. aus Eritrea, der zuletzt in der Schweiz gelebt hatte.

Empfohlene Kanäle