Falsche Ärztin von Fritzlar: Jetzt wird gegen Meike W. ermittelt

Am 04.11.2019 veröffentlicht

Meike W. hat sich jahrelang als Narkose-Ärztin in einer Klinik in Fritzlar ausgegeben - dabei hatte sie ihre Patienten ohne ärztliche Zulassung oder Ausbildung behandelt. Erst jetzt ist der Betrug aufgefallen, vier Menschen sind bereits gestorben - mutmaßlich durch Fehler bei der Betäubung.

Durch fehlerhafte Anästhesien soll sie nach Angaben der Staatsanwaltschaft in vier Fällen den Tod der Patienten verursacht haben. In acht weiteren Fällen sollen Gesundheitsschäden eingetreten sein. Ob es weitere Opfer gibt, wird noch überprüft. Von 2015 bis 2018 arbeitete sie in einer Klinik im Schwalm-Eder-Kreis.

Meike W. hatte keine ärztliche Zulassung

Doch Meike W. hatte weder eine ärztliche Zulassung noch die erforderlichen Fachkenntnisse. "Wir werden alles uns Mögliche tun, um die Aufklärung des Sachverhalts bestmöglich und schnellstmöglich zu unterstützen", heißt es in einer Stellungnahme des Hospital zum Heiligen Geist in Fritzlar.

Die falsche Ärztin soll Fehler bei der Behandlung gemacht und Patienten falsche Medikamente verabreicht haben. Zunächst wurde gegen die 48-Jährige nur ermittelt, weil sie sich mit gefälschten Unterlagen in der Klinik beworben hatte. Bei einer Durchsuchung im Januar stießen die Behörden auf weitere Beweise. Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln nun wegen des Verdachts auf Totschlag, gefährlicher Körperverletzung, Betruges und des Missbrauchs von Titeln. Seit vergangenem Dienstag sitzt sie in Untersuchungshaft.

Hinweistelefon für Angehörige und Betroffene

Die Kriminalpolizei hat für Hinweise und Anfragen von Angehörigen oder Betroffenen ein Hinweistelefon unter der 05681-774 180 eingerichtet. Das Telefon ist täglich von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr besetzt.

Im Videobeitrag von Tim Ellrich erfahren Sie mehr Einzelheiten zu dem Fall.

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