Hoffnung für Betroffene: Wird Lipödem-Fettabsaugung Kassenleistung?

Am 08.04.2019 veröffentlicht

Eine Lipödem-Erkrankung wird nur selten erkannt. Betroffene leiden meist lange unter den Symptomen und nur eine Fettabsaugung hilft. Die Kosten für diese Operation müssen sie jedoch selbst tragen - bis jetzt. Ab 2020 soll das - zumindest vorübergehend - zur Kassenleistung werden. Unsere Reporterin Alex Pitronik hat eine Betroffene getroffen und mit ihr über die Krankheit gesprochen.

Dicke Beine, Reiterhosen oder Cellulite und damit einhergehende Schmerzen gehören zum Alltag einer Lipödem-Erkrankung. Dabei handelt es sich um eine Fettverteilungsstörung, die meist an Ober- und Unterschenkeln sowie im Hüftbereich und an den Armen auftritt. Betroffene denken lange, dass sie an Übergewicht leiden und gehen erst zum Arzt, wenn alle Diäten nicht helfen. Die einzige Lösung: Eine Fettabsaugung und die ist teuer. Bis jetzt mussten Betroffene die Kosten der OP selbst tragen. Auf Initiative des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn hat der Bundesausschuss jetzt einen Vorschlag gemacht: Von 2020 bis 2024 sollen Fettabsaugungen bei Betroffenen im Stadium 3 - also dem schlimmsten Stadium - von den Kassen bezahlt werden. Dieser Zeitraum soll für Studienzwecke genutzt werden.

Symtome erkennen

Die Symptome des Lipödems treten immer symmetrisch auf und sind folgende:

  • Schweregefühl in den Beinen / Armen
  • Druckschmerzen / Berührungsempfindlichkeit
  • angeschwollene Beine bei längerem stehen und sitzen
  • Orangenhaut und Cellulite
  • Verhärtungen (Knoten) im Unterhautgewebe mit Berührungsschmerz
  • Neigung zu blauen Flecken (Hämatomen) selbst bei geringen Stößen
  • kalte Haut

Die Ursache der erhöhten Anzahl an krankhaft veränderten Fettzellen ist unklar. Zum größten Teil leiden Frauen unter der Krankheit.

 

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