Engagement für Moria: Fuldaer Fotografin will Flüchtlingen ein Gesicht geben

Am 13.11.2020 veröffentlicht

"Ich stehe im abgebrannten Moria-Camp. Es riecht nach verbranntem Plastik. Es sieht aus wie in einem Since-Fiction-Film. Es ist unvorstellbar, dass hier zu Höchstzeiten mehr als 20.000 Menschen gelebt haben" - so beschreibt die Fuldaer Fotografin und Lehrerin Annika Nüdling ihre Gefühle, nachdem sie in den vergangenen Herbstferien nach Lesbos geflogen ist, um die Spenden und Briefe zu übergeben.

Bei dem Sammeln der Spenden haben der 33-Jährigen vor allem die sechs Schülerinnen aus ihrer Girls-Club-AG geholfen. Hier können die Jugendlichen über Themen sprechen, die sie beschäftigen. Die Mädchen haben sich gerne für das Projekt engagiert, da sie teilweise selbst schön Ähnliches durchgemacht haben. An die für sie unbekannten Kinder auf Lesbos haben die Mädchen zusätzlich zu den Klamotten, Spiel- und Bastelsachen auch selbstgeschriebene Briefe geschickt.

"Punktuell ist es schwierig den Menschen dort zu helfen, weil wirklich helfen könnte man ihnen, indem man ihnen eine Heimat schenkt. Ein Mädchen sagte zu mir, ihr größter Wunsch wäre es, eine Heimat zu haben. Das kann ich ihnen nicht schenken, das können ihnen gerade die Wenigsten schenken, aber ich habe versucht ihnen ein Gesicht zu geben, eine Persönlichkeit, Identität", so die Englisch- und Biolehrerin im Videobeitrag unserer Reporterin Annabelle Strecker.

Projekt für Rehabitilationsbehnadlungen

Das Projekt Earth Medicine – Physical Rehabilation wurde von Fabiola Velasquez geründet. Bei der Physiotherapeutin hat Annika Nüdling während ihrer Zeit auf Lesbos gewohnt. Das Ziel der Organisation ist es, Flüchtlingen vor Ort die Möglichkeit zu physischen Rehabilitationsbehandlungen zu bieten. Dies sei notwendig, um posttraumatische Belastungsstörungen bei Menschen, die Opfer von Gewaltepisoden geworden sind, zu behandeln, um ihnen zu helfen, ihre körperliche Gesundheit wiederherzustellen. Über die Webseite des Projekts können Sie spenden. Neben Geldspenden werden auch Menschen gesucht, die sich vor Ort engagieren möchten.

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