Peter Beuth räumt ein: Weiterer Todesfall nach Taser-Einsatz in Fulda

Am 04.07.2019 veröffentlicht

Noch vor einem Jahr lobte der hessische Innenminister Peter Beuth den Taser wegen seine hohen präventiven Wirkung. Nach dem Tod eines 49-Jährigen in Frankfurt nach einem polizeilichen Taser-Einsatz gibt es nun einen Bericht über einen weiteren Todesfall. Das berichtet die "Frankfurter Rundschau" in ihrer Donnerstagsausgabe. Der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) habe einen zweiten Fall auf Anfrage des Linken-Abgeordneten Hermann Schaus eingeräumt.

Der Todesfall ereignete sich demnach im Januar 2018 in Fulda, war bisher aber nicht öffentlich bekannt geworden. Zu dem Zeitpunkt hatten nur Spezialeinsatzkommandos (SEK) die Erlaubnis, Taser einzusetzen. Nach Beuths Angaben starb die betroffene Person vier Tage nach dem SEK-Einsatz eines Tasers. Damit gebe es in Hessen zwei Fälle, in denen ein Taser-Einsatz der Polizei "mitursächlich für den Tod einer Person gewesen sein könnte", heißt es laut "Frankfurter Rundschau" in Beuths Antwort.

Im Mai war ein 49 Jahre alter Mann nach einem Stromstoß mit einem Tasergerät zusammengebrochen und wenige Tage später gestorben. Ein Notarzt hatte die Polizei gerufen, weil sich der Mann aggressiv gegen die Einnahme dringend notwendiger Medikamente gewährt hatte. Nach dem Vorfall nahm die Staatsanwaltschaft Frankfurt Ermittlungen gegen zwei Polizisten wegen des Verdachts auf Körperverletzung mit Todesfolge im Amt auf.

Beuth hatte vor einem Jahr bekannt gegeben, dass die hessische Polizei landesweit mit den sogenannten Tasern ausgestattet werden solle, die offiziell als Distanzelektroimpulsgeräte bezeichnet werden. "Der Taser hat sich bewährt", sagte er damals. Das Gerät solle die Schusswaffen bei der Polizei nicht ersetzen, sei aber als taktisches Einsatzmittel eine sinnvolle Ergänzung der Ausrüstung. «Die Waffe hat einen hohen präventiven Effekt, in der Testphase hat oftmals schon die Androhung des Einsatzes zu einer Deeskalation geführt», sagte Beuth.

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