Unfälle als Sensation: Wie die Polizei gegen Gaffer vorgeht

Am 18.12.2019 veröffentlicht

Immer häufiger sieht man bei Unfällen Gaffer. Sie machen Fotos vom Geschehen und teilen es über Social Media. Erst vor Kurzem berichtete RTL Hessen über einen schlimmen Fall in Frankfurt. Wieso Gaffer für den Verkehr gefährlich werden können, berichtet Victoria Enzenauer.

Erik Hessenmüller leitet die Direktion Verkehrssicherheit in Frankfurt. Seine Kollegen berichten ihm regelmäßig von Gaffern, die sie bei der Arbeit stören. "Zum einen werden die Rettungskräfte behindert, zum anderen ist es kein angenehmes Gefühl für die Opfer, wenn man anstatt Hilfe in Mobiltelefone reinschaut", so Hessenmüller am RTL-Mikrofon. 

"Es geht wirklich um jede Sekunde"

Konkrete Zahlen, wie häufig es zum Gaffen kommt, gibt es nicht - die Beispiele allerdings häufen sich. Ende November machen Passanten Videos von einem schweren Busunfall in Wiesbaden. Im September behindern Gaffer auf der A44 bei Kassel die Polizei bei der Aufnahme eines Lastwagen-Unfalls. Und das kann schlimme Folgen haben, weiß Erik Hessenmüller: "Es geht wirklich um jede Sekunde bei einem schweren Verkehrsunfall. Und wenn die Rettungskräfte zu spät kommen, kann es passieren, dass das Unfallopfer verstirbt oder die schweren Verletzungen zu spät behandelt werden “

Damit das nicht mehr passiert, hat das Bundeskabinett härtere Strafen für Gaffer beschlossen. Fotos von hilflosen Personen zu machen kann mit zwei Jahre Gefängnis bestraft werden. Besser, man verhält sich gleich richtig: Wenn Sie einen Unfall bemerken, wählen Sie die 110. Leisten Sie erste Hilfe. Und wenn schon Einsatzkräfte vor Ort sind, müssen Sie nur eine Sache beachten: Einfach weiterfahren.

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