Neue Geoblocking-Verordnung: Deshalb kann Online-Shopping jetzt günstiger werden

Am 04.12.2018 veröffentlicht

Seit dem 3. Dezember können wir europaweit zu einheitlichen Konditionen online shoppen. Die neue Geoblocking-Verordnung der EU macht’s möglich. Online-Shopper hatten bisher nämlich oft das Problem, aufgrund ihres Wohnsitzes nur begrenzten Zugriff auf Angebote aus dem EU-Ausland zu haben. Der Grund: Geoblocking. Dabei können Kunden durch die Länderkennung in der IP-Adresse einer Region zugeordnet werden und waren gezwungen, auf der Webseite ihres Standortes zu surfen.

Viele Online-Shops betreiben ihre Webseiten zugeschnitten auf die jeweiligen Bedürfnisse der Länder, in denen sie vertreten sind. Deshalb können auch Preise stark variieren, allerdings war es bisher nicht möglich, von den Schnäppchen aus dem Ausland zu profitieren. Das ist jetzt anders, verrät uns Kai-Oliver Kruske von der Verbraucherzentrale in Frankfurt: "Manche Händler haben sich ein Spiel daraus gemacht, die Seiten so einzurichten, dass man als deutscher Kunde automatisch auf eine deutsche Seite weitergeleitet wurde – und dann eben auch den deutschen Preis zahlen musste, obwohl möglicherweise der Heimatpreis des Anbieters günstiger gewesen wäre. Das wird jetzt unterbunden."

Regelung gilt nicht für alle "Online-Händler"

Genau das soll die neue Geoblocking-Verordnung verhindern. Sie gilt für alle Online-Händler, die in der EU tätig sind. Und das auch, wenn der Anbieter seine Niederlassung nicht in der EU hat. Aber es gibt auch Ausnahmen: Verkehrsdienstleistungen (wie Flugtickets), Finanzdienstleistungen, Gesundheitsdienstleistungen, Streamingdienste, Telekommunikation und Glücksspiel. Auch Privatpersonen, die nur gelegentlich gebrauchte Ware verkaufen, sind von der neuen Regelung ausgenommen.

Unsere Reporterinnen Frederike Goldkamp und Juliana Müller haben ausprobiert, wie viel günstiger die Shoppingtour im Netz jetzt werden kann.

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