Schweigen gebrochen: Stephan E. gesteht Mord an Walter Lübcke

Am 26.06.2019 veröffentlicht

Der inhaftierte Stephan E. bestätigte, dass er den Regierungspräsident Walter Lübcke getötet hat. Am Dienstag sagte er aus, er habe die Tat alleine vorbereitet und durchgeführt. Das berichtete Generalbundesanwalt Peter Frank am Mittwoch nach einer Sondersitzung des Innenausschusses des Bundestages. Es bedarf allerdings noch weiterer Ermittlungen, um auszuschließen, dass es noch weitere mögliche Helfer oder Mittäter gegeben haben könnte.

"Wir werden den Kampf gegen Rechts weiter führen", so Innenminister Peter Beuth (CDU) vor der Sondersitzung. Er betont, dass das Geständnis von Stephan E. auch ein Ergebnis der akribischen Ermittlungsarbeit der Sicherheitsbehörden sei. Zudem kündigte Beuth an, eine "Taskforce"gegen Hass und Hetze im Internet einzurichten. Generalbundesanwalt Peter Frank gab keine Informationen zum Motiv. Er erklärte aber, dass die Zuständigkeit seiner Behörde nun nicht entfallen sei. Das lässt den Schluss zu, dass der Tat ein politisches Motiv zugrunde liegt.

Alleine gehandelt?

Stephan E. will die Tat ohne Unterstützung Dritter behangen haben. Er habe bei seinem Geständnis ausgesagt, alleine gehandelt zu haben. Der 45-jährige Stephan E. ist mehrfach vorbestraft und war in früheren Jahren durch Kontakte in die rechtsextreme Szene aufgefallen. In den letzten Jahren hatte ihn der Verfassungsschutz nicht mehr auf dem Radar gehabt.

Anmerkung

In der Hinleitung zur Interviewaussage von Maximilian Pichl heißt es, dass er Behörden kritisiere, sie seien auf dem „rechten Auge blind“. Diesen Vorwurf hat die Redaktion aus dem Gesamtkontext des Interviews interpretiert. Auf Twitter merkt Pichl hierzu an, dass die Behörden die rechte Szene durchaus im Blick habe: „Die Behörden sind oft nah dran, aber verschleiern ihre Kenntnisse wegen der Devise "Quellenschutz geht vor Strafverfolgung".

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