Geständnis vor Gericht: Mutmaßlicher Mörder von Johanna spricht von Unfall

Am 09.05.2018 veröffentlicht

Im Prozess um den Tod der damals 8-jährigen Johanna Bohnacker hat der mutmaßliche Mörder am Mittwoch seine Version der Tat geschildert. Danach war alles nur ein schrecklicher Unfall.

Im LSD-Rausch habe Rick J. vor fast 20 Jahren die kleine Johanna in ihrem Wohnort Ranstadt in der Wetterau an einem Bach spielend entdeckt. „Ich wollte das Mädchen einfach haben“, gesteht der 42-Jährige vor dem Gießener Landgericht.

Anschließend habe er die 8-Jährige mit Chloroform betäubt, mit einem Gummi-Gurt und Paketband gefesselt und in den Kofferraum seines Autos gelegt. Als er bei einem Halt erneut nach ihr geschaut habe, sei Johanna schon tot gewesen, behauptet der Angeklagte.

Angeklagter: kein sexueller Missbrauch

Später habe er Johannas leblosen Körper in einem Waldstück abgelegt. Seine Tat sei nicht zu entschuldigen. Doch zu einem sexuellen Missbrauch, wie es die Anklage dem 42-Jährigen vorwirft, sei es nicht gekommen. 

Der mutmaßliche Mörder war zur Tatzeit 24 Jahre alt. Er saß bereits im Jahr 2000 im Gefängnis wegen Verkehrs- und Drogendelikten. Bei ihm zu Hause wurden rund 17 Millionen Dateien an kinderpornografischem Material gefunden.

Richter: „Ich glaube Ihnen kein Wort“

Während seiner Aussage verstrickt sich der mutmaßliche Mörder mehrfach in Widersprüche. Daran sei sein damaliger Drogenkonsum schuld, behauptet Rick J.

„Ich glaube Ihnen kein Wort“, sagt daraufhin der Vorsitzende Richter. Die Staatsanwaltschaft geht von einem Mord zur Verdeckung einer Straftat oder zur sexuellen Befriedigung aus.

Urteil im August erwartet

Nach jahrelangen Ermittlungen ist die Polizei dem mutmaßlichen Mörder über Parallelen eines anderen Falls auf die Schliche gekommen. Im September 1999 war Johanna Bohnacker nicht vom Spielen zurückgekommen. Monatelang hatten ihre Eltern gehofft, sie noch lebend zu finden. Doch mehr als ein halbes Jahr später wurde ihre Leiche in einem Wald bei Alsfeld gefunden.

Das Urteil gegen den mutmaßlichen Mörder von Johanna soll im August gesprochen werden.

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