Urteil im Würth-Prozess: Angeklagter von Landesgericht Gießen freigesprochen

Am 27.11.2018 veröffentlicht

Bereits dreieinhalb Jahre liegt die Entführung von Markus Würth, dem Sohn von Milliardär Reinhold Würth, zurück. Ein 48-Jähriger Angeklagter wurde jetzt freigesprochen. Das Landgericht Gießen sah es am Dienstag als nicht erwiesen an, dass der Mann an der Entführung beteiligt war.

Der 50-jährige Markus Würth wurde damals aus einer integrativen Wohngruppe im osthessischen Schlitz entführt. Die Entführer forderten damals ein Lösegeld, die Übergabe scheiterte jedoch. Die Beamten fanden den Entführten, an einen Baum gekettet, in einem Wald bei Würzburg unversehrt vor.

Nach umfangreichen und langwierigen Ermittlungen wurde der 48-Jährige im März in Offenbach festgenommen. Motiv für die Tat sollen Geldprobleme gewesen sein. Die Ermittler kamen dem Mann, insbesondere dank der aufgezeichneten Stimme des Erpressers, auf die Spur. Eine Zeugin will die Stimme als die des 48-Jährigen erkannt haben. Zudem kamen Experten der Uni Marburg nach einem Vergleich der Aufnahme mit der Stimme des Angeklagten zu dem Schluss, dass die Sprecher "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" identisch seien.

Das erstellte Stimm-Profil passte aus Sicht der Ermittler zu dem 48-jährigen Serben. Die Gutachter kamen zudem nach einem Vergleich der Stimme des Angeklagten mit der Erpresserstimme zu dem Ergebnis, dass die Sprecher "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" identisch seien. Eine Zeugin aus dem Rhein-Main-Gebiet hatte die Ermittler schließlich auf die Spur des 48-Jährigen gebracht.

Als Ergebnis der Gerichtsverhandlung am Landgericht Gießen erfolgte dann der Freispruch. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor dreieinhalb Jahre Haft wegen erpresserischen Menschenraubes gefordert.

Rafael Fleischmann fasst für Sie den Prozess zusammen.

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