Woolrec-Skandal: Geldstrafen für Chef und Gutachter

Am 24.10.2019 veröffentlicht

Die Firma Woolrec aus dem mittelhessischen Braunfels ist bereits im Jahr 2012 stillgelegt worden. Hintergrund war der Streit um eine mögliche Schadstoffbelastung. Das Unternehmen hatte Abfälle künstlicher Mineralfasern weiterverarbeitet, die als gefährlich eingestuft wurden.

Das Gießener Landgericht verhängte Geldstrafen von 17.150 Euro für den damaligen Geschäftsführer und 52.500 Euro für den Gutachter wegen Beihilfe. Die Richter waren überzeugt, dass sich die beiden Angeklagten nicht an Behördernvorgaben gehalten hatten.

Woolrec hatte aus Sondermüll Ziegelsteine gefertigt, die sollen aber krebserregende Stoffe freigesetzt haben. Darüber hinaus sollen sich die beiden Betreiber beim Recyclingprozess nicht an Behördenvorgaben gehalten. Die Anwälte der beiden Angeklagten hatten Freispruch gefordert und die Arbeit des Regierungspräsidiums in Gießen als Aufsichtsbehörde kritisiert. Es sei informiert gewesen und hätte über die Umstände Bescheid gewusst, eine Täuschung habe es nicht gegeben, sagte der Verteidiger des Gutachters. Auch eine Umweltgefährdung soll es nie gegeben haben.

Hintergrund:

Der Prozess hatte Anfang 2018 begonnen, das Gericht hatte zahlreiche Zeugen und Sachverständige befragt. Der ehemalige Geschäftsführer äußerte sich nicht zu den Vorwürfen. Der Gutachter bestritt am letzten Tag der Beweisaufnahme seine Schuld.

Im Streit um Woolrec hatten die Anwohner dem RP wiederholt Untätigkeit vorgeworfen, was die Behörde stets zurückgewiesen hatte. Das Firmengelände und die Umgebung waren mehrfach auf mögliche Schadstoffe hin untersucht worden, mit teils unterschiedlicher Bewertung der Messergebnisse.

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