Konservierte Erinnerungen in Grebenstein: Hobby-Historiker lagert Geschichte in Gurkengläsern

Am 05.12.2018 veröffentlicht

Die eigene Familiengeschichte, konserviert im Einmachglas – das geht jetzt im nordhessischen Grebenstein. In einem Museum sammelt Hobbby-Historiker Helmut Degethoff Geschichten, Wünsche und Hoffnungen seiner Mitmenschen, um sie für die Nachwelt zu erhalten. Unsere Reporterin Alex Pitronik hat sich das Projekt angeschaut.

"Jeder Mensch wird geprägt durch ein Erlebnis, eine besonders schöne Geschichte, die sein Leben begleitet. Da habe ich mir gedacht, es ist eigentlich schade, wenn solche Geschichten verloren gehen. Denn mit dem Menschen lebt und stirbt die Geschichte. So ist diese Aktion in mir gereift", erklärt uns Helmut Degethoff, der beschloss, Einmachgläser mit Erinnerungen zu füllen. Und die Idee kommt an: Jung und Alt kommen mit ihren Geschichten ins Grebensteiner Ackerbürgermuseum, in dem die Gläser gelagert werden. Vorgaben, was ins Glas kommt, gibt es keine. Kassetten, Fotos, selbstverfasste Texte, aber auch Steine und Federn werden mit ins Jahr 2169 genommen. 

Im Frühjahr 2019 wird es einen großen Festakt geben. Bis dahin können die Bürger noch Gläser abgegeben. Danach wird der Keller für 150 Jahre fest verschlossen.

Info: Wer kein eigenes Glas hat, kann sich immer sonntags zwischen 15 und 17 Uhr im Museum Grebenstein eins abholen.

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