Schon wieder: Polizist soll interne Daten an hessische Neonazis gegeben haben

Am 11.01.2019 veröffentlicht

Martina H. und Carsten M. standen am Freitag vor Gericht: Die beiden bekennenden Neonazis sollen im Mai 2017 mit ihren Autos in Halle wehrlose Menschen gejagt haben. In der Untersuchung wurden die Handy-Daten der 42-Jährigen ausgewertet - darin fanden die Beamten einen Chatverlauf mit einem Polizisten. Dieser soll interne Daten an die beiden herausgegeben haben.

Das rechtsextreme Netzwerk bei der Polizei scheint größer als bisher angenommen. Ein ehemals in Osthessen tätiger Beamter soll Informationen an Martina H. und Carsten M. gegeben haben. Die beiden sind Mitglieder der Neonazigruppe "Aryans". Vor anderthalb Jahren machte Carsten M. regelrecht Jagd auf linke Gegendemonstranten während einer Mai-Demonstration. Der 40-Jährige soll wild mit einem Starkstromkabel um sich gedroschen haben und zwei Personen verletzt.

Ermittler werden auf Chatverlauf aufmerksam

Im Rahmen der Ermittlungen wurde daraufhin seine Wohnung im Mainz-Kinzig-Kreis durchsucht. Während der Untersuchung wurde die Polizei auch aufmerksam auf einen Chatverlauf seiner 42-jährigen Freundin. Diese bat darin einen Beamten, für sie Daten aus den Polizeiregistern abzurufen. Laut dem aktuellen Ermittlungsstand kam der Polizeibeamte der Bitte nach. Welche Informationen ausgetauscht wurden, wurde im Prozess in Halle nicht bekanntgegeben.

Das hessische Landeskriminalamt (LKA) hatte bereits im Dezember fünf hessische Polizisten suspendiert, weil sie unter anderem rechtsextremistische Inhalte ausgetauscht haben. Dabei soll es sich um vier Männer und eine Frau handeln.

Mehr zu dem Fall sehen Sie im Video von Lucia Voßbeck-Elsebusch und Michael van Alst.

 

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