Terror in Hanau: 9 Tote bei Schießerei - mutmaßlicher Schütze tot

Am 20.02.2020 veröffentlicht

Am späten Mittwochabend sind bei einer Schießerei in Hanau neun Menschen getötet worden. Das bestätigt die Polizei.

Die ersten Schüsse sollen in einer Shisha-Bar in Hanau-Mitte gefallen sein, kurz darauf schossen die Täter an einer weiteren Shisha-Bar im Stadtteil Kesselstadt weiter. Zur Zahl von Verletzten äußerte sich die Polizei bislang nicht. Der mutmaßliche Tatverdächtige wurde tot in seiner Wohnung aufgefunden, ebenso seine Mutter. Es gebe keine Hinweise auf weitere Täter.

Sohn des Kioskbesitzers spricht im RTL-Interview

Zunächst wurde eine Sisha-Bar am Heumarkt in der Hanauer Innenstadt angegriffen. Augenzeugen sollen demnach von acht bis neun Schüssen berichtet haben. Der Polizei zufolge wurden hier drei Menschen getötet.

Danach schossen die Täter circa 2.5 Kilometer entfernt in der Karlsbader Straße im Stadtteil Kesselstadt weiter. Nach Polizei-Informationen kamen dabei fünf Menschen ums Leben. Auch im benachbarten Kiosk "24/7" fielen Schüsse. Der Kioskbetreiber hat an beiden Standorten einen Laden in unmittelbarer Umgebung der betroffenen Shisha-Bars.

Der Sohn des Kioskbesitzers schildert im RTL-Interview die Erlebnisse seines Vaters, der selbst kurz nach der Tat vor Ort eintraf. "Dass sowas hier passiert, ist unvorstellbar. Wie in einem Film, wie ein Amoklauf, überall Blut, überall lagen Menschen. Alle waren schockiert", so Can-Luca Fresenna. Er bestätigt, dass unter den Toten zwei Mitarbeiter des Kiosks sind. Auch im Wagen vor dem Laden soll ein Mann erschossen worden sein, so sagt er. Vermutlich eine völlig unbeteiligte Person.

Polizei ruft dazu auf, keine Spekulationen zu verbreiten

Die Polizei sperrte beide Tatorte weiträumig ab. Polizisten mit Maschinenpistolen sicherten die Umgebung ab. Menschen standen in der Nähe der mit Flatterband abgesperrten Bereiche, einige weinten. Auf einem Foto aus dem Stadtteil Kesselstadt war ein mit Thermofolie abgedecktes Auto zu sehen. Neben dem Wagen lagen Glassplitter. Zu den Hintergründen gebe es noch keine gesicherten Erkenntnisse.

Sachdienliche Hinweise nimmt die Kriminalpolizei Hessen unter der Rufnummer 06181 100-123 entgegen. Über Twitter rufen die Beamten dazu auf, keine Spekulationen im Netz zu verbreiten. Die Meldung von einer dritten Schießerei im Stadtteil Lamboy ließ sich nicht bestätigen.

Fünf türkische Staatsbürger unter den Toten in Hanau

Der Todesschütze von Hanau hat neun Menschen mit Migrationshintergrund getötet - und seine Mutter. Nach Angaben der türkischen Botschaft in Berlin sind auch fünf türkische Staatsbürger unter den Todesopfern. Das türkische Außenministerium in Ankara verurteilt die Tat als "niederträchtigen Anschlag". Er sei eine "neue und schwere Auswikrung von wachsendem Rassismus und Islamfeindlichkeit." Auch vier der fünf Verletzten sollen ausländische Wurzeln gehabt haben.

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