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Staatsschutz ermittelt: Wohnhaus von Hanauer Oberbürgermeister mit Eiern beworfen

Nachdem unbekannte Täter mehrere Eier gegen das Wohnhaus des Hanauer Oberbürgermeisters Claus Kaminsky (SPD) geworfen haben, ermittelt das Fachkommissariat für Staatsschutzdelikte. Man schließe nicht aus, dass der Vorfall am Samstagabend gegen 18.45 Uhr einen politischen Hintergrund haben könnte, teilte die Polizei am Montag mit. Mögliche Zeugen, die zur betreffenden Zeit verdächtige Personen beobachtet haben, wurden gebeten, sich an die Hanauer Kriminalpolizei zu wenden.

Kaminsky sah sich bereits im Herbst im Zusammenhang mit den Corona-Maßnahmen verbalen Angriffen im Internet ausgesetzt. So war auf Facebook seine Privatadresse veröffentlicht und auch dazu aufgerufen worden, Eier gegen sein Wohnhaus zu werfen. Einen der Beiträge hatte Kaminsky auch bei der Meldestelle hessengegenhetze.de angezeigt. Dieser wurde an die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität bei der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt weitergeleitet.

Am Montag erklärte Kaminsky zu dem Vorfall vom Samstag: «Diese Form der Auseinandersetzung darf in einem demokratischen Rechtsstaat nicht toleriert werden. Ich habe deshalb, dieser Straftat entsprechend, Strafantrag gestellt.» Er möge die - durchaus auch kontroverse - Diskussion, das mache eine Demokratie aus und lebendig. "Als Oberbürgermeister muss man mit einem dickeren Fell ausgestattet sein, d.h. manche Beschimpfung und Beleidigung hinnehmen, aber strafbare Handlungen oder Hasskommentare werde ich - wie in der Vergangenheit - konsequent anzeigen oder Strafantrag stellen", so Kaminsky. "Im Übrigen habe ich nicht vor, mich von diesen Drohungen und Handlungen einschüchtern zu lassen."

 

Quelle: dpa
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