"Cen" verlor Freunde in Hanau: „Kein Hass für Tobias R.“

Am 03.03.2020 veröffentlicht

Mit einer Gedenkfeier wird am O4. März 2020 um 18 Uhr an die Opfer des Anschlags von Hanau erinnert. Zum Trauerakt im Congress Park Hanau werden auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) erwartet.

Rund 650 geladene Gäste sollen teilnehmen. Zudem rechnet die Stadt mit rund 200 Journalisten. Ein Großteil der Plätze werde den trauernden Familien zur Verfügung gestellt, erklärte die Stadt.

Unsere Reporterin Alex Callenius und unser Reporter Benjamin Holler haben mit dem Kiosk-Betreiber Cen gesprochen. Durch den Anschlag in Hanau hat er zwei Mitarbeiter verloren. Wie er damit umgeht, sehen Sie in unserem Videobeitrag. 

Stadt überträgt Trauerfeier auf Leinwänden

Da Hanau mit einer großen Anteilnahme und damit vielen Besuchern rechnet, wird die Gedenkfeier auf zwei Plätze in der Innenstadt übertragen. Auf dem Marktplatz und Freiheitsplatz stehen Großbildleinwände. Ob das Coronavirus Auswirkungen auf die Planungen habe, sei noch unklar, sagte eine Stadtsprecherin. 

Laut Polizei wird es zu Straßensperrungen und zu Verkehrsbehinderungen kommen, daher sei es ratsam, die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen. 

Informationen rund um die Verkehrsbehinderungen und die Veranstaltung finden Sie unter www.hanau-steht-zusammen.de

Benefiz-Konzert wegen Coronavirus verschoben

In Gedenken an die Opfer hatte die Stadt außerdem das Konzert "Ich liebe in Hanau" für kommenden Samstag auf der Philippsruher Allee geplant. U.a. die Söhne Mannheims, Samy Deluxe & Afrob wollten musikalisch ein Zeichen gegen den Rassismus setzen. Aufgrund des ersten bestätigten Coronavirus-Falls in der Stadt wurde das Konzert nun auf den 17. Mai verschoben. 

Zum Hintergrund

Bei dem rassistischen Anschlag hatte ein 43-jähriger Deutscher am Abend des 19. Februar neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen. Weitere Menschen wurden verletzt. Der Sportschütze soll auch seine Mutter getötet haben, bevor er sich selbst das Leben nahm. Nach bisherigen Erkenntnissen hatte der mutmaßliche Täter eine rassistische Gesinnung und war psychisch krank.

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