Gegen Steuer-Trickserei: So haben Bäcker mit der neuen Bonpflicht zu kämpfen

Am 02.01.2020 veröffentlicht

Steuerbetrug an der Ladenkasse verhindern – das ist das Ziel, das sich das Bundesfinanzministerium für das neue Jahr gesetzt hat. In Zuge dessen gilt die neue Bonpflicht, die alle Einzelhändler dazu verpflichtet, Kunden einen Kassenzettel auszuhändigen. Für viele Betriebe bringt das Probleme mit sich, so müssen nun auch Bäckereien einen Zettel für jedes verkaufte Brötchen drucken.

Marcel Simon betreibt die Bäckerei Amthor in Hofgeismar. Für die Gesetzesänderung hat er wenig Verständnis: "Wir haben so circa 5.000 Kunden am Tag, also 600 an dem Standort, in den anderen Filialen insgesamt 5.000, bedeutet circa einen Kilometer lange Bonrollen, die wir ab sofort mehr haben, das wären 365 Kilometer im Jahr, und erhebliche Mehrkosten, das sind alleine Papierkosten von 7.250 Euro im Jahr."

Erhöhte Belastung für die Umwelt

Abseits der finanziellen Belastung geht mit der neuen Bonpflicht auch eine erhöhte Umweltbelastung einher. Die Kassenzettel bestehen in der Regel aus nicht recyclebarem Thermopapier. Umweltfreundliches Papier erfordert hingegen umweltbelastende und teure Farbpatronen. Ganz ohne Kassenzettel wäre nach wie vor die umweltfreundlichste Variante.

Steuerhinterziehung durch Bargeschäfte

Hauptgrund für die Einführung der Kassenzettelpflicht ist die Eindämmung von Steuerhinterziehung. Laut einer Schätzung des Bundesrechnungshofs werden jährlich an Kassen Steuern in Höhe von zehn Milliarden Euro hinterzogen. Einzelhändler wie eben Bäcker oder Kioskbetreiber könnten so ihren Umsatz niedriger ausweisen, als er in der Realität ist.

Wie die Leute auf der Straße auf die Bonpflicht reagieren und wie Bäcker Macel Simon sein Geschäft nun umstrukturieren muss, sehen Sie im Videobeitrag unserer Reporterin Lea Wagner.

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