Strommasten im Garten: Bewohner kämpfen gegen neue Trasse

Am 10.10.2018 veröffentlicht

Für die Energiewende ist Ökostrom mitunter der wichtigste Faktor. Doch um Strom von Nord- nach Süddeutschland zu schaffen, werden Stromtrassen benötigt, die unter anderem auch durch Hessen führen. Bei Ellen und Roland Münst in Hofheim-Wildsachsen verläuft solch eine Trasse nur wenige Meter von ihrem Grundstück entfernt. Wegen eines geplanten Ausbaus machen sie sich jetzt Sorgen um ihre Gesundheit.

"Es ist ein weltweit einzigartiges Pilotprojekt, und wir dienen dazu, das auszutesten. Das möchte ich nicht," empört sich Ellen Münst in unserem Interview. Vor 30 Jahren, als Familie Münst ihr Grundstück erworben hatte, gab es die Strommasten bereits. Nun aber soll nachgerüstet werden: Für das sogenannte "Ultranet", das Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsnetz, welches durch Deutschland verlaufen soll, müssen die Masten nachgerüstet werden. Heißt: Weitere Leitungskabel, mehr Leistung, stärkere magnetische Stromfelder.

Das Problem sind die Korona-Ionen

Starke magnetische Stromfelder gelten als gesundheitlich unbedenklich. Was den Anwohnern Sorgen macht, sind allerdings die Korona-Ionen: Kleine Feinstaubteilchen, die sich mit Strom aufladen und mit dem Wind in die Wohngebiete verfrachtet werden. Eine gesundheitsschädliche Wirkung dieser Korona-Ionen ist laut Bundesministerium für Strahlenschutz "sehr unwahrscheinlich" – aber eben nicht völlig ausgeschlossen.

Anwohner wollen nicht tatenlos zusehen

Dass etwas passieren muss, darin sind sich Familie Münst und ihre Nachbarn einig. Insgesamt 12 hessische Anrainergemeinden kämpfen derzeit gegen den Ausbau der Leitungen, die in Bayern und Baden-Württemberg übrigens unterirdisch verlaufen. Gemeinsam mit der Bürgerinitiative wollen sie gegen das Ultranet kämpfen.

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