Nach Gondel-Unglück: Möglicherweise menschliches Versagen schuld

Am 18.11.2019 veröffentlicht

Vor zwei Monaten stürzten drei Männer in einer Wartungsgondel auf dem Berg Hoher Meißner in den Tod. Zunächst wurde ein technischer Defekt als Ursache vermutet, doch nun ermittelt die Staatsanwaltschaft Kassel gegen zwei Firmen aus Berlin und Brandenburg. Laut Justizsprecher Andreas Thöne gebe es konkrete Anhaltspunkte, dass der Unfall auf Fremdverschulden zurückzuführen sei.

Zum einen bestehe der Verdacht, dass die Drahtseilwinde der Gondelanlage falsch zusammengebaut war. Die Verantwortung dafür liege möglicherweise bei einer Wartungsfirma in Brandenburg. Zum anderen steht die Firma der verunglückten Mitarbeiter im Fokus. Die Gondelanlage habe möglicherweise so, wie sie aufgebaut und betrieben wurde, geltenden Sicherheitsanforderungen nicht entsprochen. Beide Unternehmen seien mittlerweile durchsucht und Unterlagen sichergestellt worden.

Laut Staatsanwaltschaft hatte einer der Mitarbeiter zunächst den Dieselmotor der Winde vorgeglüht und gezündet, dann stiegen zwei Kollegen zu ihm in die Gondel und legten Sicherheitsgurte an. Doch in einer Höhe von 50 bis 80 Metern stürzte die Gondel plötzlich in die Tiefe. Für die Insassen - einen 50-Jährigen aus dem bayerischen Landkreis Freyung-Grafenau, einen 46-Jährigen aus Karlsruhe und einen 27-Jährigen aus Dülmen (Nordrhein-Westfalen) - kam jede Hilfe zu spät.

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