Verhärtete Fronten im Wald: Baumbesetzer kritisieren Polizei

Am 25.11.2020 veröffentlicht

Die Gegner des umstrittenen Ausbaus der A49 im Dannenröder Forst bei Homberg (Ohm) haben ihre Kritik am Polizeieinsatz erneuert. Sie fordern einen Stopp der Rodungsarbeiten.

Auf einer Pressekonferenz erhoben die Aktivisten schwere Vorwürfe gegen die Einsatzkräfte: Wiederholt hätten diese bei der Räumung von Baumhäusern und Barrikaden Gewalt angewendet und Menschenleben gefährdet. Einer der Redner sagte, er habe in den vergangenen Tagen erlebt, wie Aktivisten ins Gesicht geschlagen und Menschen ohne Ankündigung, "mit gezücktem Schlagstock" und unter Drohungen durch den Wald gejagt worden seien.

Ein Polizeisprecher weise "pauschale Gewaltvorwürfe": "Wir als Polizei gehen tagtäglich mit größer Sorgfalt vor, auch in der Höhe. Uns ist es sehr wichtig, dass niemand zu Schaden kommt."

Staatsanwaltschaft ermittelt

Nach dem Sturz eines Gestells aus Baumstämmen in Richtung Polizisten hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen eines versuchten Tötungsdelikts eingeleitet. Nach dem Vorfall am Montag war die Polizei von einem gezielten Angriff ausgegangen. Die Beamten hatten gerade noch ausweichen können und waren den Angaben zufolge unverletzt geblieben. Die Stelle war zum Tatort erklärt und abgesperrt worden. "Es besteht der Verdacht, dass ein Seil vorsätzlich gelöst wurde. In diesem Zusammenhang verfolgen wir eine Person, die damit in Verbindung stehen könnte", hatten die Beamten via Twitter erklärt.

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