Razzia gegen rechts: Neonazi-Gruppe „Combat 18“ verboten

Am 23.01.2020 veröffentlicht

Seit Monaten wird das Innenministerium zu diesem Schritt gedrängt, nun ist es soweit: Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat die rechtsextreme Gruppe "Combat 18" verboten. Das teilte Ministeriumssprecher Steve Alter mit. Im Zuge dieses Verbots hat die Polizei am Donnerstagmorgen mehrere Objekte in sechs Bundesländern durchsucht: Neben Thüringen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz auch Hessen. Genauer gesagt in Lauterbach in Osthessen.

Stanley R. gilt als wichtige Figur der nordhessisschen Neonazi-Szene, er wurde von den Ermittlern in Thüringen an seinem Arbeitsplatz angetroffen und zu seiner Wohnung gebracht, die anschließend durchsucht wurde. Im Rahmen der Durchsuchungen haben die 210 Beamten Mobiltelefone, Laptops, Datenträger, Tonträger, Kleidung, NS-Devotionalien und Propagandamittel mitgenommen. Gerade im Zusammenhang mit dem Mord am Regierungspräsident Walter Lübcke (CDU) am 2. Juni 2019, bemüht sich das Innenministerium nun verstärkt um den Kampf gegen rechtsextreme Gewalt.

Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) begrüßte das Vorgehen: "Ich bin dem Bundesinnenminister für sein entschlossenes Vorgehen gegen Combat 18 dankbar", sagte er. "Mit dem Verbot sendet der Staat ein klares Signal an die rechtsextremistische Szene in der Bundesrepublik: Wir sind wehrhaft und nutzen alle Mittel des Rechtsstaats, um extremistische Strukturen zu zerschlagen."

Hintergrund:

Die Zahl "18" ist ein Szenecode für den ersten und den achten Buchstaben im Alphabet, also A und H - die Initialen von Adolf Hitler. Symbol der Gruppe, die sich auf einen "Rassenkrieg" vorbereitet, ist der Drache. Neonazis, die sich "Combat 18" zugehörig fühlen, tragen häufig schwarze T-Shirts oder Jacken mit der Aufschrift "C 18". Diese Symbole und Abkürzungen dürfen nach dem Verbot nicht mehr verwendet werden. Das gilt auch für das Motto der Gruppe: "Brüder schweigen - whatever it takes".

Im Video von Reporter Benjamin Holler erklärt Linken-Politiker Hermann Schaus, warum das späte Verbot gefährlich sein kann.

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