Kassel positioniert sich: 10.000 Menschen setzen Zeichen gegen rechts

Am 22.07.2019 veröffentlicht

Kassel im Ausnahmezustand: Am Samstag hatte die Partei "Die Rechte" zur Demonstration aufgerufen – Hintergrund ist der Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke. Rund 10.000 Menschen stellten sich den insgesamt 120 rechtsextremen Demonstranten entgegen. Busse und Bahnen hatten in der Innenstadt den Betrieb eingestellt. Die Polizei kontrollierte an Bahnhöfen und Teile der Stadt waren gesperrt. Flaschen flogen und es kam zum Gerangel mt Einsatzkräften.

Die Anhänger der Rechten beklagten eine angebliche Instrumentalisierung des Mordes am Regierungspräsidenten Walter Lübcke vom 2. Juni. Der Generalbundesanwalt geht bei der Tat von einem rechtsextremen Hintergrund aus. Sie sprachen von einer medialen Vorverurteilung. "Wir rechnen mit einer neuen Repressionswelle, nachdem der Tod von Herrn Dr. Lübcke von Politik und Medien in einer – ich möchte sagen – schamlosen Art und Weise instrumentalisiert wird", sagte Christian Worch, der Anmelder der Demo.

Polizei hatte Demo im Griff

Die rechten Demonstranten hatten sich auf der anderen Seite der Fulda positioniert, die Polizei sperrte diesen Bereich komplett ab. Nachdem sie sich zwei Stunden verspätet hatten, vesammelten sie sich dort. Im Anschluss zogen sie durch mehrere Straßen. An zwei Stellen kamen sie und die Gegendemonstranten sich gefährlich nahe, nach Informationen der Polizei sei aber niemand ernsthaft verletzt worden.

Insgesamt nahmen die Sicherheitskräfte 31 Personen fest- bzw. in Gewahrsam. Davon seien 15 Teilnehmer zu weiteren Ermittlungen ins Polizeipräsidium gebracht worden. Der Rest konnte gehen, nachdem ihre Personalien festgestellt worden waren. Unter anderem gab es Verstöße gegen das Vermummungsverbot und Waffengesetz, einmal wurden verfassungswidrige Symbole gezeigt.

Empfohlene Kanäle