Leben mit Morbus Parkinson: Wolfgang Bornemann kämpft für mehr Lebensqualität

Am 14.08.2019 veröffentlicht

Circa 220.000 Menschen in Deutschland sind an Morbus Parkinson erkrankt. Bei der Nervenkrankheit sterben dopaminproduzierende Nervenzellen ab, was bei den Betroffenen Bewegungsstörungen auslöst. Wolfgang Bornemann  bekam die Diagnose Parkinson vor 26 Jahren, doch Aufgeben ist für ihn keine Option. 

"Bewegung ist für mich die beste Medizin. Ich fahre seit vielen Jahren Fahrrad, und wenn ich Fahrrad fahre, weht mir der Wind so durchs Gesicht und das ist für mich die beste Medizin", erzählt er uns. 2013 macht Wolfgang seine letzte Radtour über die Alpen, seitdem verschlechtert sich sein Zustand allerdings: "Zur Zeit ist es so, dass die Symptome doch schon irgendwie stark werden. Es ist immer dieses Leben zwischen einem OFF, also einem Zustand, in dem man sich nicht bewegen kann oder sehr unbeweglich ist, und einem ON mit Überbewegungen", beschreibt er. 

Eine OP soll helfen

Obwohl Parkinson-Patienten das fehlende Dopamin über Medikamente zu sich nehmen können, werden die guten Phasen mit zunehmender Behandlungsdauer immer kürzer. Wolfang entscheidet sich daher für eine Operation, bei der ihm zwei Elektroden ins Hirn eingesetzt werden. Diese Elektroden sollen mit elektrischen Impulsen die Phasen der Un- und Überbeweglichkeit eindämmen. 

Wie geht es Wolfgang nach der OP?

In der Regel dauert es zwischen drei und sechs Monaten, bis sich der jeweilige Patient an den Hirnschrittmacher gewöhnt hat. Wir treffen ihn etwa zwei Monate nach seiner Operation und es geht ihm deutlich besser: "Ich habe die Überbewegungen, die ich früher hatte, nicht mehr; die sind komplett weg. Dann gibt es viele Dinge, die das tägliche Leben betreffen, bei denen man die Feinmotorik braucht, die war früher auch schwierig. Das geht jetzt auch wieder gut; zum Beispiel, Geld ins Portemonnaie stecken." Sogar Fahrradfahren kann Wolfgang wieder; für unser nächstes Treffen verspricht er uns, mit seinem neuen Liegefahrrad zur Elena-Klinik in Kassel zu fahren. 

Unser Reporter Tim Ellrich hat Wolfgang Bornemann auf seinem Weg begleitet. Mehr dazu sehen Sie im Videobeitrag. 

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