Dokumentation zum Todestag: „Walter mochte die Menschen“

Am 02.06.2020 veröffentlicht

Vor einem Jahr wurde Kassels Regierungspräsident Walter Lübcke erschossen. Am 2. Juni jährt sich der Todestag des CDU-Politikers, doch eine offizielle Gedenkveranstaltung ist wegen der Corona-Pandemie in Hessen nicht geplant. Allerdings haben zwei Initiativen zu Aktionen aufgerufen.

Das "Kasseler Bündnis gegen Rechts" lädt dazu ein, vor dem Regierungspräsidium Blumen niederzulegen. Die nordhessische Initiative "Offen für Vielfalt" hat Plakate mit der Aufschrift "Demokratische Werte sind unsterblich" verteilt und dazu aufgerufen, diese sichtbar aufzuhängen. Die Staatskanzlei in Wiesbaden kündigte eine nicht-öffentliche Kranzniederlegung an, über die sie im Anschluss informieren will.

Lübcke war im Juni 2019 nachts auf seiner Terrasse im Landkreis Kassel erschossen worden. Wegen des Mordes angeklagt ist Stephan E., der 46-Jährige soll Lübcke getötet haben, weil dieser sich für die Aufnahme von Flüchtlingen einsetzte. Am 16. Juni 2020 soll der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Frankfurt beginnen. 

Alexandra Pitronik und Benjamin Holler berichten heute Abend in der TV-Sendung über die Tat und den Menschen Walter Lübcke.

Bouffier: "Demokratie ist in Gefahr"

In diesen Tagen wird vielerorts an den CDU-Politiker gedacht. An seinem früheren Amtssitz, dem Präsidium wurden heute von Kollegen Blumen niedergelegt.
Am Wochenende vor dem Todestag hatte Ministerpräsident Volker Bouffier Lübckes Grab besucht und gesagt: "Mit Lübckes Ermordung wurde uns grausam vor Augen geführt, dass unsere Demokratie und politische Kultur in Gefahr sind."

Empfohlene Kanäle