Die Wahrheit im Fall Lübcke?: Neues Geständnis von Stephan E.

Am 28.11.2019 veröffentlicht

Stephan E., der mutmaßliche Mörder des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke, will schon bald ein neues Geständnis ablegen. Das hat laut Nachrichtenagentur dpa sein Verteidiger angekündigt.

Über den genauen Inhalt ist noch nichts bekannt. Er habe angekündigt, dass das neue Geständnis alle noch offenen Fragen über den Tathergang klären soll. Möglich ist, dass Stephan E. einen zweiten Täter ins Spiel bringt. Beispielsweise den Neonazi Markus H., der ihm unter anderem die Mordwaffe geliefert haben soll und sich deswegen ebenfalls in U-Haft befindet. Stephan E. hatte den Mord bereits gestanden, sein Geständnis kurz darauf aber widerrufen. Im ursprünglichen Geständnis hatte der 45-Jährige keinen Komplizen erwähnt.

Aufklärung im Landtag gefordert

Mit der Frage, warum Stephan E. von der Polizei nicht besser überwacht wurde, hat sich heute erneut der Innenausschuss beschäftigt. "Zu diesen ganz konkreten Entwicklungen liegen mir keine Erkenntnisse vor", sagte Innenminister Peter Beuth, CDU, am Donnerstag in Wiesbaden. Die Opposition fordert eine intensivere Aufklärung. "Wieder wurde Rechtsterror nicht erkannt, Akten gelöscht, Erkenntnisse nicht ausgewertet oder einfach ignoriert", sagte Hermann Schaus von den Linken. Seine Partei sieht einen Untersuchungsausschuss in dem Fall immer wahrscheinlicher.

Bei der Aufklärung des Mordes an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke haben die Ermittler bei dem Hauptverdächtigen eine Datensammlung von 60 Personen und Objekten gefunden. Stephan E. habe die Aufzeichnungen überwiegend vor mehr als zehn Jahre angelegt und dabei vor allem im Zeitraum von 2001 bis 2007, teilte das hessische Landeskriminalamt (LKA) am Donnerstag in Wiesbaden mit.

 

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