Kanzel gegen Theke: Die Kasseler Pfarrerin kellnert in einer Kneipe

Am 21.08.2019 veröffentlicht

Kerstin Grenzebach ist nicht nur Pfarrerin, sondern auch Kellnerin. Diese Kombination mag sich ungewöhnlich anhören, doch die Kasseler Pfarrerin kellnert ihrer Kirche zuliebe: Zweimal im Monat hilft sie in Dirk Schmidts Kneipe "Jukeboxx" aus, wofür er im Gegenzug an die "Evangelische Jugend Vollmarshausen" spendet.

Da die Zahl der Kirchenmitglieder immer weiter zurückgeht, wird auch das Geld in hessischen Kirchen knapp. Darunter leidet auch die Kinder- und Jugendarbeit in Vollmarshausen, weshalb Kerstin Grenzebach nach einer kreativen Idee suchte, um für ihre Kirche etwas dazuzuverdienen. "Da ich sowieso neben meiner Tätigkeit als Pfarrerin noch ein bisschen was anderes machen wollte, dachte ich, in Vollmarshausen gibt es noch eine Gaststätte, ich könnte ja mal fragen, ob mich der Gaststättenpächter ab und zu mal braucht", erzählt die Pfarrerin. 

Wie reagiert die Gemeinde?

Für einige der Gemeindemitglieder gehört eine Pfarrerin nicht in eine Kneipe, doch viele andere finden ihr Engagement super: "Viele finden das grenzwertig, ich find's klasse. Richtig, richtig gut, die Frau hat was drauf", sagt ein begeisterter Kneipengast. Außerdem hat das Kellnern noch einen anderen positiven Nebeneffekt: In der Kneipe ist Kerstin ihren Gemeindemitgliedern viel näher als in der Kirche. "Wenn sie mich dort hinter dem Tresen oder beim Bedienen erleben, erleben sie mich viel menschlicher, ihnen viel näher, als im Talar in der Kirche wo ja immer noch ein Stück weit auch dieser Abstand zueinander da ist. Also ich denke schon, das ist da viel mehr eine Begegnung auf Augenhöhe. Sie reden auch ganz anders mit mir", freut sie sich. 

Unsere Reporterin Johanna Nies und unser Reporter Tim Ellrich haben die Pfarrerin in der Kirche und bei ihrem Nebenjob besucht. Im Videobeitrag sehen Sie, wie Kerstin sich hinter der Theke macht. 

 

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