Ehefrau umgebracht: Rentner wegen Totschlags verurteilt

Am 27.02.2019 veröffentlicht

Ein Kelsterbacher Ehepaar soll sich jahrelang gestritten haben. Im April 2018 eskaliert der Streit: Der 72 Jahre alte Ehemann attackiert seine Frau mit einer abgebrochenen Glasflasche.

Das Landgericht Darmstadt hat am Mittwoch den 72-Jährigen wegen Totschlags zu sieben Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Der Rentner hatte am 10. April 2018 in seinem Hobbykeller in Kelsterbach seine 63 Jahre alte Ehefrau mit einer abgebrochenen Flasche tödlich am Hals verletzt. Das Paar habe heftig um eine Steuernachzahlung der Ehefrau gestritten, so das Gericht. Die 23 Jahre alte Tochter der beiden berichtete von häufigen Streiterien. So sei ihr Vater eifersüchtig gewesen und habe geglaubt, seine Frau hätte ihn vergiften wollen.

Verteidigung unzufrieden mit dem Urteil

Mit dem Urteil folgten die Richter weitgehend der Staatsanwaltschaft, die auf neun Jahre und zehn Monate wegen Totschlag plädiert hatte. Die Verteidigung hatte die Tat als Notwehr, höchstens aber als Körperverletzung mit Todesfolge, bewertet. "Wir dürfen nicht vergessen, dass der Mann 72 Jahre alt ist. Das Urteil kommt einem 'lebenslänglich' gleich", sagt die Pflichtverteidigerin Alexandra von Jentzkowski im Anschluss an die Urteilsverkündung. Die beiden Verteidigerinnen wollen Rechtsmittel prüfen.

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