Treff statt Trinkhalle: Kelsterbacher kämpfen für ihren Kiosk

Am 12.04.2019 veröffentlicht

Sobald Menschen auf die Straße gehen, machen sie dies meist aus einem emotionalen Grund heraus. Gut 100 Menschen versammelten sich am Donnerstag vor dem Kelsterbacher Rathaus, um für den Verbleib ihres heißgeliebten Kiosks in der Siedlung "An der Niederhölle" zu demonstrieren. Der Verkaufsladen von Betreiber Mehmet und seinem Sohn Mutlu Karaüzüm soll einem kontrovers diskutierten Bürgertreff weichen.

In diesem Streit geht es um mehr als um den bloßen Verkauf von Lebensmitteln, "es ist der Zusammenhang, den die Anwohner hier in der Niederhölle komplett verlieren würden", erzählt uns Mutlu Karaüzüm, "es geht nicht nur darum, dass man hier seinen Kaffee, sein Wasser oder seine Zigaretten kauft, es geht darum, dass man sich hier komplett austauscht". Abgesehen davon würde Familie Karaüzüm ihre komplette Existenzgrundlage verlieren.

Das sind Forderungen, die Kelsterbachs Bürgermeister Manfred Ockel (SPD) nicht nachvollziehen kann. Zum einen handele es sich um einen städtischen Kiosk, zum anderen diene der geplante Bürgertreff ja auch der Zusammenkunft der Anwohner. Zudem sei der Kiosk vordergründig bei Männern beliebt, nicht aber bei Frauen, Kindern und Jugendlichen.

Über den aktuellen Stand des Kioskstreits berichtet unser Reporter Michael van Alst in seinem Videobeitrag.

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