Neuwahl nach Kemmerich-Fiasko: Großer Schaden für die FDP

Am 06.02.2020 veröffentlicht

Der Druck auf den neuen Thüringer Ministerpräsidenten Kemmerich von der FDP war zu groß: Nur einen Tag nach seiner Wahl macht er den Weg für Neuwahlen frei. Das besänftigt seine Kritiker kaum.

"Nichts kann wiedergutmachen, wozu sich die FDP hergegeben hat", twitterte Sozialminister Kai Klose von den Grünen. Zuvor schrieb er im Kurznachrichtendienst, er bekomme einen 'Brechreiz' angesichts der Argumentationen der hessischen Europa-Abgeordneten Nicola Beer, die die Verantwortung von der FDP wegweisen wollte.
 
"Der einzig richtige Schritt", schrieb Patrick Kunkel, CDU-Bürgermeister von Eltville bei Twitter. Nach der Wahl am Vortag schrieb er dort: "Ich schäme mich als CDUler in Grund und Boden. Willkommen in der selbstverschuldeten Zwickmühle." Seine Kritik richtete sich an die Thüringer CDU-Fraktion um Mike Mohring.
 
Mitglieder kehren der FDP den Rücken
 
Die Wahl Kemmerichs zum Ministerpräsidenten ist sogar an der Basis außerhalb Thüringens zu spüren. Im Kreisverband Frankfurt habe rund ein Dutzend Mitglieder die Partei verlassen, berichtet die Fraktionschefin im Stadtparlament Annette Rinn der FNP: "Der Rücktritt freut mich außerordentlich. Ich hätte es allerdings noch mehr begrüßt, wenn Kemmerich die Wahl erst gar nicht angenommen hätte."
 
Im Video der Reporter Stephan Richter und Benjamin Holler sind Bilder der Mahnwache an der Frankfurter Paulskirche zu sehen. Solche Kundgebungen im ganzen Land haben den Druck auf den Kurzzeit-Ministerpräsidenten erhöht.
 
 
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