Kleidung gegen Fremdenhass: Schüler entwerfen Solidarity Hoodie

Am 06.08.2018 veröffentlicht

Beleidigungen, Beschimpfungen und auch physische Gewalt. Antisemitismus bleibt weiter ein Thema. Deshalb haben sich sowohl Landesregierung als auch drei Schüler aus Frankfurt etwas dagegen ausgedacht.

In unserem Interview erzählt uns Mendel Gurewitz, dass die Jugendlichen, die ihn angegriffen haben, ihn auch umgebracht hätten, wenn die Möglichkeit da gewesen wäre. Es sind Aussagen, die fassungslos machen. Das ist aber kein Einzelfall. Letztes Jahr wurden in Hessen 59 Straftaten gemeldet, die einen antisemitischen Hintergrund hatten.Die Zahl dürfte aber tatsächlich weit höher liegen.

Ob Anfeindungen durch Nazis, radikale Muslime oder andere Gruppen - die 5.000, in Hessen lebenden, Juden leben mit einer ständigen Angst. Mendel Gurewitz will seine Kippa aber nicht ablegen, das habe sein Großvater selbst in noch schwereren Zeiten auch nicht getan.

Hoodie steht für Religionsfreiheit

Die hessische Landesregierung hat nun mit Felix Klein einen Antisemitismus-Beauftragten eingestellt, um Fremdenhass einen Riegel vorzuschieben. Man dürfe Fremdenhass nicht gesellschaftsfähig werden lassen. Ein anderes Projekt haben drei Schüler aus Frankfurt gestartet. Sie verkaufen sogenannte Solidarity Hoodies in Kooperation mit KÖNIG SOUVENIR.

Das Besondere: Sie haben auf der Kapuze eine Kippa aufgenäht. Die Kleidung kommt an. Der Pulli ist kein politisches Statement, sondern steht für Religionsfreiheit. Jeder kann und soll ihn tragen und weil sich gerade Kinder und Jugendliche sehr mit Mode beschäftigen, ist das eine gute Möglichkeit, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. 

Inzwischen hat Mendel Gurewitz die Jugendlichen angezeigt, die ihn damals angegriffen haben. Die Staatsanwalschaft ermittelt.

Im Studiotalk haben wir Saba-Nur Cheema von der Bildungsstätte Anne Frank zu Gast.

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